Dr. Watson


März 2001

Meine „Kinder“ (Sohn und heutige Schwiegertochter) kamen seiner Zeit mir nichts Dir nichts vorbei, schnappten sich meinen Hund, um ihn zwecks Kurzurlaub nach Wiesbaden zu entführen. Zum Glück ging diese Woche rasch um und ich hatte ihn gesund und nicht überfüttert wieder.

Aus Wiesbaden folgte wenig später tägliches Telefongeknatsche - die Wohnung sei so leer und wie schön ist es, ein Tier zu Hause zu haben, und und und. Dann nach exakt fünf Tagen erneuter Anruf: „Mama, wir wollen auch ein Tier, eine Katze, kannst Du zum Tierheim fahren und nach einer kleinen Katze gucken?“ Mama fuhr noch am selben Tag!

Ein süßer, kuscheliger, junger pechschwarzer Kater kletterte an mir hoch, klammerte sich fest und grub sein Schnäuzchen zwischen meinem linken Ohr und Hals. Am Rechten befand sich mein Handy und das Schicksal nahm seinen Lauf.

Dr. Watson beherrscht derweil zwei Domizile, eins in Hessen, das andere im schönen Tecklenburger Land als häufiger Pensionsgast mit kulinarischen Höchstansprüchen. Zudem erwartet er von allen absoluten Gehorsam, welchen ihm meine Hündin mit Respekt erweist; mein Rüde lehnte mit sofortiger Wirkung ab, worauf unweigerlich ein detailliertes Streitgespräch folgte mit der Übereinkunft: sofortige Trennung von Tisch und Bett in Begleitung aufgezogener Hasskappen.

Da ich seinen Wünschen und Bedürfnissen uneingeschränkt nachkomme, hat er mit mir bzw. habe ich mit ihm keinerlei Probleme, im Gegenteil, beim Koseruf: „Hey Watze-Watze-Watson“, frisst er mir schnurrend aus der Hand.

    

 

 


 

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