Der Mudi

 

Flo von den großen Strolchen
Foto: Brigitte Pick

 

 

 

Nachfolgend erhalten Sie ein Rasseportrait des Mudi, Stimmen zum Mudi, Abhandlungen zur Größe und zu den Farben  sowie den bei der FCI hinterlegten Rassestandard des Mudi. Abschließend finden Sie historische Details zum Mudi und Angaben zu seiner Abstammung.



Der Mudi
Rasseportrait von Valeria Slembruk
Entnommen: Hunde Revue Ausgabe 12/2003


Neben Puli und Pumi existiert noch eine dritte, ebenfalls mittelgroße, relativ unbekannte, ungarische Treib- und Hütehund- rasse, der Mudi. Seine Geschichte lässt sich nicht allzu weit zurück verfolgen. Sie verschmilzt mit der von Puli und Pumi. Mit Sicherheit waren bis ins 19. Jahrhundert hinein die Unterschiede zwischen den ungarischen Hüte- (und auch Hirten-) hunden nicht so markant wie heute, und man verkreuzte vielfach die verschiedenen Typen untereinander, wie es teilweise auch jetzt noch in Ungarn geschieht. Vor allem wurden die Rassebezeichnungen nicht einheitlich gehandhabt. Der Mudi wurde sehr oft als Pumi oder Puli bezeich- net bzw. sämtliche kleinen ungarischen Hütehunde, egal ob steh- oder kipp- oder hängeohrig, oft generell Puli genannt – egal, ob es sich nach heutiger Auffassung um Pulis, Pumis oder Mudis handelte. Deshalb ist es nahe- zu unmöglich, festzustellen, wann genau die einzelnen Schläge sich als eigene Rassen entwickelten.

Ursprünge
Man vermutet jedoch, dass der Mudi im 18. bis 19. Jahrhundert entstanden ist, da in einem ungarischen Werk von 1815 bereits ein stehohriger kleiner Hütehund mit dem Kopf eines Schakals beschrieben wird und abgebildet ist, der zwar dort Pumi genannt wird, vom Exterieur aber eindeutig einem Mudi ähnelt. Eine Theorie besagt, der Mudi sei aus der Ver- mischung von ungarischen Treib- und Hütehunden mit ver- schiedenen stehohrigen deutschstämmigen kleinen Schäferhunden vom Typ des sog. Schäferspitzes oder Pommern-Spitzes entstanden. Diese Hunde sollen mit den von der österreichischen Kaiserin Maria-Theresia im 18. Jahrhundert in Ungarn angesiedelten Donauschwaben ins Land gekommen sein. Mit Sicherheit ist der Mudi eng verwandt mit dem ihm äußerlich stark ähnelnden, etwas größeren und hochbeinigeren Kroatischen Schäferhund (Hvratski Ovcar).

Zu Beginn der Sporthundezucht in Ungarn, circa um 1900 herum, stellte man jedenfalls fest, dass neben hängeohrigem Puli und kippohrigem Pumi noch ein dritter, stehohriger, Hütehundschlag existierte. Nachdem jahrzehntelang ein großes Wirr- warr hinsichtlich der Benennung der verschiedenen Hüte- und Hirtenhund- varietäten geherrscht hatte, war man mit Entwick- lung der Kynologie bestrebt, endlich Ordnung in die Nomenklatur der ungarischen Herdengebrauchshunde zu bringen. Dezsö Fenyes, ein Museumsdirektor aus Balassagyarmat, war es, der als erster im Jahr 1936 den Mudi beschrieben, ihm zu seinem Namen verholfen und seine Zucht organisiert hat.

Verbreitung
Die meisten Mudis leben im Mutterland Ungarn. Dort ist das Zuchtgebiet zwar sehr groß, aber die meisten Hunde werden als reine Gebrauchshunde ohne Papiere gezüchtet. Deswegen ist ihre Gesamtpopulation schwer abzuschätzen. Nur relativ wenige Sportzüchter befassen sich bisher mit dieser noch sehr urwüchsigen Rasse. Mudis mit Ahnentafeln dürfte es in Ungarn circa 200-300 geben. Das Zuchtbuch ist immer noch offen, d.h. es werden noch Mudis von Hirten (ohne Papiere) in das Zuchtregister aufgenommen, um die Zuchtbasis zu verbreitern. Seit Beginn der geordneten Zucht (1936) sind insge- samt circa 2250 Mudis eingetragen worden. Die FCI hat die Rasse im Jahr 1966 anerkannt.

Viele Kleinbauern in Ungarn nennen einen Mudi oder Mudi-Mischling ihr eigen. Er wird von ihnen als „Mädchen für alles“ eingesetzt. Morgens treibt er die paar Schweine, Hühner und Gänse aufs Feld, bewacht und beschützt diese untertags und bringt sie abends wieder vollzählig und selbständig in den heimatlichen Stall zurück. Andere Mudis bewähren sich als unent- behrliche Helfer von Rinder-, Pferde- und Schafhirten.

Außerhalb seiner Heimat ist dieser großartige Gebrauchshund noch wenig bekannt. In Deutschland beginnt der Mudi erst in den letzten Jahren, langsam Fuß zu fassen. Hier dürfte es momentan circa 35-40 Mudis geben, um die sich 3-4 Liebhaber- Züchter bemühen. Von 1981 bis heute wurden 51 Mudis eingetragen (Welpen und Importhunde). Einige Mudis gibt es in Holland und England. Deutlich mehr Mudis leben in Norwegen, Schweden und Finnland. Auch in den USA und Kanada beginnt der Mudi neuerdings, allmählich Fuß zu fassen.

Exterieur
Der Mudi ist ein knapp mittelgroßer, stehohriger, harmonisch proportionierter und muskulöser Hütehund. Er erinnert im Aussehen an die süddeutschen, hauptsächlich in Baden-Württemberg gehaltenen, meist schwarzen, altdeutschen Schäfer- hunde. Die Rasse ist noch weitgehend unberührt von der Sporthundezucht, von daher noch sehr urwüchsig und robust.

Kopf und Extremitäten des Mudi sind kurz und glatt behaart, was seinen hübschen Kopf mit dem ausdrucks- vollen Gesicht wirkungsvoll unterstreicht. Der restliche Körper ist mit mittellangem, mehr oder weniger stark gewelltem bis leicht gelocktem Haar bedeckt, welches etwas an das Fell von Wasserhunden erinnert und im deutschen Schäfer-Jargon als „Rollhaar“ bezeichnet würde.

Obwohl die Grundfarbe des Mudi ein glänzendes Schwarz ist, kommt er, wenngleich selten,  auch in anderen Farbvarietäten vor: blue-merle (ungarisch: cifra), aschfarben (blau), beige (ungarisch: fakó), aschbraun (isabellfarben), braun und weiß. Kleine weiße Abzeichen (Brustfleck, weiße Zehen) werden toleriert, obgleich sie nicht erwünscht sind.

Das Haarkleid des Mudi ist schmutzabweisend, sehr witterungsbeständig und pflegeleicht. Gelegentliches Kämmen oder Bürsten sind vollends ausreichend.

Wesen, Besonderheiten und Eignung
Hinter dem eher unscheinbaren Äußeren des Mudi verbirgt sich eine mit fantastischen Fähigkeiten aus- gestattete Rasse – ein „Rohdiamant“, der in den richtigen Händen zum Juwel sprich Traumhund werden kann.

Wer dem Mudi gerecht werden will, muss sich stets vor Augen halten, dass dieser kleine Geselle ein Vollblut-Arbeitshund ist, ausgestattet mit lebhaftem Temperament und auffallend rascher Auffassungsgabe, lernbegierig und arbeitswillig. Reines Gassigehen alleine reicht oft nicht aus. Dieser Hund will gefordert und gefördert werden. D.h., wenn man den Mudi als Haus- und Begleithund halten will, muss man ihm, neben ausreichend Bewegung, auch geistige Beschäftigung bieten, z.B., indem man ihm eine Ausbildung in einem hundesportlichen Bereich angedeihen lässt und/oder sich kleine Aufgaben für ihn ausdenkt, die man ihn täglich ausführen lässt. Da er sehr gelehrig, aufgeweckt und verständig ist und über eine gehörige Portion „will to please“ verfügt, bereitet seine Erziehung fast nur Freude und wenig ernsthafte Probleme – voraus- gesetzt, man behandelt ihn nicht grob oder ungerecht. Für eine harte, auf Drill und Druck basierende Aus- bildung ist diese sensible Rasse nicht geeignet. Ihre Qualitäten kommen dann am besten zum Tragen, wenn man sie geduldig und einfühlsam erzieht und führt – am besten über Vertrauensbildung und positive Be- stärkung, aber dennoch mit der nötigen Konsequenz. Sehr wichtig für diesen energiegeladenen und arbeits- freudigen Hund ist ein lebhaftes, viele Aktivitäten bietendes Umfeld, denn Langeweile verträgt der Mudi nur schlecht. Bei ständiger starker Unterforderung kann er aggressiv oder apathisch und durchaus zum Problemhund werden – wie man das ja auch von anderen Herdengebrauchshunden her kennt.

Eine weitere typische Eigenschaft des Mudi ist, dass er eine extrem enge Bindung zu seinem Meister eingeht, seine Bezugs- person(en) wahrlich vergöttert. Er bleibt von sich aus dicht bei seinen Menschen, ist immer darauf bedacht, sie nicht aus den Augen zu verlieren und überall mit dabei zu sein. Viele Mudis sind so anhänglich, dass sie ihren Menschen buchstäblich auf Schritt und Tritt folgen. Hinzu kommt, dass der Mudi im allgemeinen keinen Jagdtrieb hat, d.h. nicht streunt, jagt oder wildert, was Spaziergänge in Wald und Flur mit ihm sehr erleichtert. Zudem ist er außerordentlich reviertreu. Fremden gegenüber verhält er sich eher reserviert.

Bei ungarischen Hirten wird der Mudi wegen seines schneidigen Auftretens und seiner Wendigkeit zum Hüten und Treiben großer, wehrhafter Weidetiere wie Pferde und Rinder eingesetzt, aber auch an Schafen sowie gelegentlich zur Treibjagd auf Wildschweine. Das Hüten und Treiben ist ihm angeboren. Seit circa fünf Jahren testet man in Ungarn die drei kleinen Hüte- hundrassen auf das Vorhandensein von Hüteeigen- schaften. Dabei bestanden 90 % der Mudis (gegenüber nur 70 % bei den Pumis und unter 50 % bei den Pulis) den Test. Der Mudi ruht für keine Sekunde, wenn er an der Herde arbeitet. Obwohl er ein äußerst mutiger und draufgängerischer Hund ist, der keine Angst kennt und ausbrechende oder bockende Tiere fast ohne Kommando selbständig und zielgerichtet zur Herde zurück treibt, verletzt er die ihm Anbefohlenen bei der Arbeit nie. Höchste Intelligenz, Rasanz sowie Mut und schier unglaubliches Durchsetzungsvermögen sind die Attribute, mit denen er eine Herde in Schach hält. Anders als von unseren bodenständigen altdeutschen Schafhunden oder anderen Rindertreib- hunden (Heelern) her bekannt, kneift oder greift der Mudi bei der Arbeit nicht mit dem Maul nach dem Vieh, sondern arbeitet mit „eying“ und ausgeprägtem Drohverhalten. Er schießt wie ein geölter Blitz von da nach dort und hält die Tiere mit rasanter Wendigkeit und kraft seiner überragenden psychischen Autorität in Schach.

Um die Intelligenz und den schier unglaublichen Schneid dieser körperlich relativ kleinen Hunde näher zu illustrieren, sei von einer Mudi-Hündin berichtet, die in Brandenburg lebt. Diese Hündin mit Namen Amanda arbeitet an schwierigen ( teils verhaltensgestörten) Pferden. Sie kennt jedes einzelne Pferd und seine Macken. Eine Episode ist besonders bemerkenswert: Einmal brach eine Herde von 98 Jungrindern (Färsen) aus dem zwei Kilometer entfernten Nachbargut aus und schickte sich an, in den liebevoll gehegten Bio- gemüsegarten von Amandas Frauchen einzudringen. Vier erwachsene Personen und drei große Hunde des Pferdebetriebes waren nicht imstande, die Rinderherde zur Umkehr zu bewegen. Da griff Amanda, die das Schauspiel aus dem Lkw heraus, in den man sie zu ihrem eigenen Schutz rasch eingesperrt hatte, ein. Sie drückte sich durch den Fensterspalt heraus und übernahm das Kommando. Binnen weniger Minuten gelang es ihr, die komplette Herde in den Griff zu bekommen, geschlossen zur Umkehr zu bewegen und über schwieriges Gelände, z.B. durch einen breiten Bach, bis 500 Meter vor das heimatliche Gehöft zu treiben. Wohlgemerkt: die mittlerweile vierjährige Hündin war damals erst 18 Monate alt!

Trotz seiner enormen Härte bei der Arbeit ist der Mudi sehr sensibel und weich in der Ausbildung und Führung. Kindern pflegt er ein geduldiger, ausdauernder und stets fröhlicher Spielkamerad zu sein. Und auch mit Artgenossen und anderen Tieren des gleichen Haushalts verträgt er sich gut. Das gilt jedoch nicht immer für fremde Hunde, insbesondere solche, die wesentlich größer sind als er. Da die Rasse zur Zurückhaltung neigt, sind optimale Prägung und Sozialisation im Welpenalter sehr wichtig. Bei ausreichendem Auslauf und genügend Auslastung sind Mudis im Haus sehr brav, angenehm und unauffällig und lassen sich sogar in einer Stadtwohnung halten. Außer als liebenswürdige Haushunde haben sie sich als vorzügliche, unbestechliche Schutz- und Wachhunde sowie als Rauschgiftspürhunde und Rettungshunde bewährt. Selbstverständlich eignen sie sich ausgezeichnet für nahezu alle Hundesportarten.

Da Mudis noch sehr urtümliche, unverdorbene und robuste Hunde sind, werden sie in der Regel sehr alt. 13 bis 15 Lebensjahre sind der Durchschnitt, aber viele Hunde werden noch wesentlich älter – und dies im allgemeinen bei guter Gesundheit bis ins hohe Alter.

Diese Rasse könnte ein Geheimtipp sein für Menschen, die einen nicht zu großen, gesunden und widerstandsfähigen, pflege- leichten Familienhund suchen, der neben angenehmen Begleithundeigenschaften noch vollwertige Gebrauchshund- charakteristika wie Wachsamkeit und Verteidigungsbereitschaft, hohe Intelligenz und Ausdauer aufweist und sich auf Grund seiner Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit für nahezu alle Aufgaben ausbilden und einsetzen lässt.

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Der Mudi

Verschiedene Stimmen zu diesen sehr ursprünglichen Hütehunden

Kormosvári-Hajtó Csirip
Foto: Alex / Ungarn

   
Verhalten, Eigenschaften, Verwendung des Mudi

1987 „ Hundeführer“ ungarisches Fachbuch über diverse Hunderassen
von Szinák Jánosc und Veress István

Zum Verhalten, Eigenschaften des Mudi
Der Mudi ist nicht so eine laute Rasse wie der Pumi, aber auch nicht ruhig. Er ist bewegungsfreudig, lebhaft, wachsam, sehr schnell, und reagiert auf alles blitzschnell.Er ist  leicht zu handhaben und recht gehorsam. Es ist ein mutiger und „drauf- gängerischer „ Hund. Das Hüten ist ihm angeboren, es liegt in seinem Blut, man muss es ihm kaum noch beibringen. Er lässt kein Tier aus der Herde entkommen, er ruht für keine Sekunde, wenn er an der Herde arbeitet. Er ist ein sorgfältiger, mutiger Hütehund, der seine Schutzbefohlenen nicht verletzt. 

Verwendung
Der Mudi ist  sicherlich ein ebenso guter Hütehund  wie die viel bekannteren  „Verwandten“ Puli und Pumi. Er arbeitet ebenso an großen Tieren wie an der Herde hervorragend. Er kennt keine Angst, er treibt die aus- brechenden oder bockigen Tiere fast ohne Kommando selbstständig und bestimmt zur Herde zurück. Ebenso hat er sich als Wachhund bewährt, weil er nicht zu sehr viel bellt, aber gegenüber Fremden sehr mißtrauisch ist und diese mit lautem Gebell meldet. Einige haben auch bei der Wildschweinjagd Erfahrungen gemacht. Durch sein kurzes Fell verursacht die Pflege keine besondere Mühe, er eignet sich auch für die Wohnungshaltung. Es ist ein vielseitiger, fast für jedes Gebiet einsetzbarer Hund. 

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Eine kurze Zusammenfassung betreffend der Eigenschaften des Mudi

Szabó Zsuzsanna
Der Mudi

Erschienen in Ungarn, 1998
 
 
Der Mudi ist keine bekannte und populäre Rasse, das kann ich nur durch die unbekannte züchterische Ver- gangenheit und durch die Verstreutheit der Züchter erklären. Betrachten wir das Äußere, ist der Mudi bis heute keine einheitliche Rasse, das sich aus seiner Vergangenheit ableiten lässt, denn die Schäfer haben in erster Linie nach der Arbeitsfähigkeit und der Brauchbarkeit gezüchtet, nicht nach dem Aussehen. Die Grundlage der Selektion war das gute Hüteverhalten, nicht die äußere Form.
Das eher unscheinbare Äußere des Mudi verbirgt eine mit fantastischen Fähigkeiten ausgestattete Rasse. Ich behaupte, wer einmal einen richtig guten Mudi kennenlernt, der wird sich ohne Ausnahme in diese Rasse verlieben.
Er ist ein idealer Familienhund, leicht erziehbar und robust in der Fütterung und Haltung. Er ist sehr wachsam und nimmt es im Ernstfall mit weit größeren, überlegeneren Gegnern auf.

Durch seine intelligente, mutige, draufgängerische Hütearbeit ist es nicht Zufall, das man heute fast nur Mudis oder Pumis bzw. Mischlinge beider Rassen an den Herden sieht.  Bei diesen Hunden ist das Hüteverhalten angeboren und fast perfekt.  Es  liegt ihnen im Blut, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, sieht man auch die nur einige Wochen alten Welpen mit großer Begeisterung die Hühner treiben. Auch wenn sie noch ab und zu hinfallen,  aber schon mit 5-6 Wochen versuchen sie mit dünnem Gebell und Knurren die Schafe zu treiben!

Er ist für jede Aufgabe ausgesprochen leicht auszubilden, da er immer auf seinen Besitzer schaut, ihm fast versucht, die Gedanken zu lesen. Er ist sehr gehorsam uns schließt sich sehr sehr eng an den Besitzer an.
Einen Mudi kann man nicht verlieren, er ist immer darauf bedacht, seinen Besitzer nicht aus den Augen zu lassen. Er ist glücklich, wenn er etwas für seinen Besitzer tun darf, denn sein Leben ist die Arbeit. Obwohl er sich auch in einer Stadtwohnung wohlfühlt, ist für ihn ein Leben ohne Beschäftigung nicht ratsam.

Er möchte sich nützlich machen, der Besitzer tut gut daran, ihm verschiedene Aufgaben zu geben. So ist es zu verhindern, das einen unliebsame Überraschungen erwarten, z.B.  hat ein „unterbeschäftiger„ Mudi sich damit vergnügt,  jeden Brocken des 15 kg-Futter Sackes in die Trommel der Waschmaschine zu verstecken...

Er ist zum Bewachen und als Wachhund gut geeignet. Er bellt nicht zuviel, aber einige sind ausgesprochen scharf. Einigen Meinungen zufolge sollte man ihn als Schutzhund züchten und propagieren. Dagegen werde ich kämpfen, denn er ist ein ursprünglicher Hütehund, und als solcher gar nicht in der Lage sich aggressiv gegen Menschen zu verhalten, es sei denn ,seine Familie ist bedroht. Bei einem normalen Mudi ist es un- vorstellbar, dass er einen Menschen angreift, dazu ist er viel zu intelligent!

Da es eine unglaublich intelligente Rasse ist, lernt er erstaunlich schnell und mit einer riesigen Freude. Aber genau deswegen, weil er so schnell lerntist eine harte, auf Drill und Druck basierende Ausbildung  für ihn nicht geeignet.

Schon nach dem 3.-4. Mal  „Sitz, Platz“ zeigt er deutlich, dass es ihn langweilt. Er gähnt, er jammert, verdreht die Augen und zeigt einfach, dass ihn diese Wiederholungen langweilen.

Es ist in der Wohnungshaltung von Vorteil, dass er recht klein ist, dass er sich gut anpassen kann, und sein pflegeleichtes Fell ist ideal. Er fühlt sich auch in einer kleinen Wohnung wohl, vorausgesetzt, dass er seinen Bewegungsdrang und seine Lernbereitschaft täglich ausleben kann.

Durch seinen guten Geruchssinn ist er auch leicht als Fährtenhund und zum Erkennen von Gegenständen auszubilden. Es wäre sicher lohnend, diese Rasse auch als Drogensuchhund auszubilden.

Durch seinen leichten Knochenbau und die Arbeitsfreude, ist er auch für Agilitywettbewerbe mit Erfolg ausgebildet worden. Es ist eine Freude zu sehen, wie er über die Hürden fliegt und den Besitzer  zum schnelleren Lauf auffordert! 

Übersetzung: Gabi Buza-Kiss

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Kommentar

Von Gabi Buza-Kiss,
die sowohl mit einem Mudi als auch einem Pumi lebt

Das war eine kurze Beschreibung des Temperamentes dieses Hundes von jahrzehntelangen Züchtern und Kennern dieser Rasse. Denn trotz aller fantastischen Eigenschaften darf man nicht vergessen, dass der Mudi ein Vollblut-Arbeitshund ist, der, wie der Border-Collie auch, ohne Beschäftigung aggressiv oder apathisch werden kann.

Nur täglich Gassi gehen reicht diesen Hunden nicht aus, sie wollen auch geistig gefördert werden.

Im Idealfall natürlich an der Herde, aber inzwischen gibt es so viele andere Möglichkeiten:

Vor allem natürlich Agility, aber auch der traditionelle Vierkampf, dann die neuen Hundesportarten Obedience und Dog-Dancing, ebenso wie die Fährtensuche oder die Arbeit als Rettungshund., manche nehmen auch erfolgreich an Schutzhundeprüfungen teil, wobei da besonders viel Wert auf die Qualität der Ausbildung gelegt werden muss.

In Finnland nehmen viele Mudis erfolgreich an schwierigen Obedience  und Agility Prüfungen teil, mit beacht- lichen Erfolgen. Ein Vollbruder zu unserer Lucca arbeitet inzwischen als Flächensuchhund für vermisste Personen in Amerika.  

Es gibt unzählige Möglichkeiten, diese Hunde zu beschäftigen, dazu braucht man nicht unbedingt immer einen Hundeplatz oder eine Hundeschule zu besuchen, auch zuhause bieten sich viele Möglichkeiten. Wieso nicht dem Hund das Apportieren von Gegenständen beibringen und ihn z.B. die Wäsche in den Korb werfen lassen.... oder ihm einfach das Bringen von unterschiedlichen Gegenständen beibringen. Literatur gibt es inzwischen genug, wo man solche Sachen nachlesen kann.

Aus meiner Sicht ist der Mudi sicherlich im Vergleich zum Pumi der angenehmere, leichter zu führende Hund, der allerdings andere Anforderungen stellt und noch gelehriger ist. Er ist leicht auszubilden, verzeiht aber durch seine Sensibilität nicht alle Ausbildungsfehler. Druck, Härte und Zwang sind absolut fehl am Platz. Dafür um so wichtiger ist auf eine gute Prägung im Welpenalter zu achten ( gerade in Ungarn wird das teilweise sträflich vernachlässigt, so dass diese Welpen hier teilweise nicht mehr zu sozialisieren sind), ein Mudi ist zwar zurückhaltend und vorsichtig Fremden gegenüber, doch darf das nie in Aggression oder übersteigertes Angstverhalten umschlagen. Leider sieht man noch einige solcher Mudis, aber das ist nicht so, wie er tatsächlich ist! Traurig, aber wahr: Finger weg von solchen Welpen, denn diese werden im Regelfall nicht plötzlich als Junghunde besser! Man  tut gut daran,  beim Welpenkauf die Augen offen zu halten, vor allem in Ungarn.

Um das teilweise zurückhaltende Wesen in Griff zu bekommen, ist es unbedingt notwendig, eine gute Welpenspielstunde zu besuchen. Das sollte zwar inzwischen selbstverständlich sein,  ist es aber leider noch nicht. Im Allgemeinen ist es sicherlich kein Problem, mit einem Mudi eine Begleithundeprüfung abzulegen oder mit ihm an anderen Wettbewerben teilzunehmen. Da er m. E. wesentlich leichter zu führen ist als ein Pumi, ist er auch für Anfänger geeignet, allerdings nur für solche, die sportlich sind und bereit sind viel Zeit in die Ausbildung ihres Hundes zu investieren.

Einen Pumi wiederum würde ich nicht in Anfängerhände empfehlen, zwar ist er ebenso lernfreudig und arbeitseifrig, aber je nachdem wieviel Terriererbe durchschlägt, teilweise auch recht schwer zu beeindrucken und  manchmal ziemlich dickköpfig. Da ist dann absolute Konsequenz gefordert, und das ist doch manchmal nicht einfach.

Insgesamt kann man sagen, das es zwei hervorragende Familienhunde sind, die sich, bei entsprechender Förderung, zum absoluten Traumhund entwickeln können. Nicht nur die handliche Größe und die robuste Gesundheit, auch die Lernfreude und die Arbeitsbereitschaft zeichnen diese Hunde aus.

Nur eins darf man nicht vergessen: diese Hunde wurden bis vor kurzem noch rein auf Arbeit und Leistung selektiert, also benötigen sie neben viel Aufmerksamkeit immer eine artgerechte Beschäftigung!

Wer nur kurz Gassi gehen möchte und ansonsten einen gemütlichen Sofahund haben will, ist mit diesen Hunden schlecht beraten.  Zumindest eine Hundesportart  sollte man mit diesen Hunden betreiben, damit auch die Hunde glücklich werden!

Gabi-Buza-Kiss

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Über die richtige Größe des Mudi

Von Szabó Szabóné Zsuzsanna
Aus dem Ungarischen übersetzt von Gabi Buza-Kiss

 

Seit langen Jahren sammle ich Daten über Mudis. Nicht nur die Daten des Stammbuches, sondern ich führe eine kleine Buchführung aller mir bekannten Mudis. Ob ich sie auf Ausstellungen oder Körungen gesehen habe, oder ob ich sie aus „Fleiß“ aufgesucht habe, ob sie von mir stammen, meine Zuchthunde sind oder nur in einem Wurf waren.

In dieser Zusammenfassung zeichne ich alle wichtigen Eigenschaften der Hunde auf, u. a. auch die Widerrist- höhe. Von den eigenen Zuchthunden notiere ich auch andere Körpermaße (Länge des Kopfes, Nase, Ohren, die Breite des Ohrenan- satzes, Rumpflänge, Brustumfang). Insgesamt sind ca. 600 Mudis „gesammelt“ und erfasst.

Der Grund, warum ich die Widerristhöhe für besonders wichtig halte ist der, dass ich das Gefühl habe, dass es viele bagatellisieren.

Diesen Oktober (2000) hat ein Züchterkollege auf der CACIB Budapest eine interessante Feststellung gemacht.

Seiner Meinung nach sollte man nur Mudis über 49 cm von der Zucht ausschließen, zumindest hat er es bei der Standard- modifizierung so vorgeschlagen. Allerdings hat man bei der Standardmodifizierung die von Zsiros Csaba (in Ungarn ausgezeichneter Meisterzüchter mit Goldkranz) in der ungarischen Info-Broschüre „Ungarische Hirtenhunde“ genannten Risthöhen als Grundlage genommen und diese wurde auch in den neuen Mudi-Standard aufgenommen. Diese Standard- maße lauten:

Rüden Idealmaß 43-45 cm, Hündinnen Idealmaß 40-42 cm. Diese Maße sind plus/minus 2cm. Das heißt, noch annehmbar, aber nicht ideal ist der Rüde mit 41-42cm und 46-47 cm und die Hündin mit 38-39 cm und 43-44 cm. Das bedeutet pro Geschlecht 6 cm Spielraum und innerhalb der Rasse ein Intervall von 9 cm.

Aber – ein unter 41 cm oder über 47 cm großer Rüde ist nicht im Standard, ebenso wie eine unter 38 oder über 44 cm große Hündin nicht die richtige Größe hat.

Leider werden oft Rüden mit den Idealmaßen von 45 cm als „hündinnenhaft“ bewertet, nur weil sie nicht das Maximalmaß übertreten. Auch wenn er „ein Rüde“ ist in seiner gegebenen Knochenstruktur und im Körper- bau, werfen ihm viele aus dem Stehgreif zu, dass er „hündinnenhaft, „klein“, „zwerghaft“ u. degeneriert ist.

Dabei sollte man nicht vergessen, daß der Mudi im Grunde genommen eine kleine Rasse ist, deren Vo- rfahren man an kleinen Merinoschafen verwendet hat. Dazu ist eine Risthöhe von um die 40 cm, ein leichter Knochenbau, kleine Zähne und eine geringe Körpermasse von Vorteil, denn das Merinoschaf mag keine grobe Behandlung.

Wie wir darüber am MEOE-Puli-Pumi-Mudi-Klubtag im September 2000 im Vortrag von Dr. Zoltán Balássy erfahren haben, war es sehr wichtig, dass der Hütehund klein und leicht war, denn im Falle eines Stallbrandes konnte der Hund die verängstigte Herde nur damit aus der Tiefe des Stalles treiben, in dem er auf dem Rücken der Schafe entlang lief und das Leitschaf fand.

Und ein schwerer, massiger Hund mit grobem Gebiss macht selbst gesunde Schafe kaputt und was für einen Schaden könnte er bei den trächtigen Mutterschafen anrichten! Ein trächtiges Schaf würde fast ausnahmslos „Verwerfen“ wenn ein „Brocken“ von einem Hund auf ihm herumrennt. Und das kann sich ein Schäfer nicht leisten.

Ich habe natürlich als Gegenargument zur Verschärfung der Maße des Mudi gehört, dass der Kelpie auch größer ist als die vorgegebene Mudi-Größe, wobei das auch ein Hütehund ist und sogar einer der besten.

Das unterschreibe ich in vollem Umfang, nur habe ich zwei Einwände:

  1. Der Kelpie wurde in Australien gezüchtet. Dort wird nicht mit ihm wie bei uns das heimische, eine sanfte Behandlung erforderliche Merinoschaf gehütet, sondern eine Rasse, welche die dortigen äußeren Be- dingungen und die karge Haltung gut verträgt. So verträgt sie auch den „gröberen“ Hütehund. Diese Schafe werden nicht täglich in die dick eingestreuten Ställe getrieben, sondern in Koppel, wo eventuell gegen die sengende Sonne ein Schutz aufgebaut ist. So muss der Hund sich nicht unbedingt auf dem Rücken der Schafe bewegen, aber, wenn er es doch tut, vertragen es diese an Robusthaltung gewöhnten Tiere gut.

  2. In Australien dezimiert der Dingo immer noch die Herden u. der Kelpie muss gegen diese wahlweise zusammen mit dem Aussie und dem Heeler den Kampf aufnehmen.

Und noch eine Bemerkung „in Klammern“: Nur weil die ursprüngliche Aufgabe gleich ist, darf man die Standards der Rassen nicht über einen Kamm scheren. Auch der Lakeland -Terrier, Foxterrier, Jagdterrier und Welsh-Terrier sind nicht einer Größe, obwohl sie dieselben Aufgaben haben.

Bei den Maßen des Mudi muss man auch deshalb aufpassen, weil eine sehr ähnliche Rasse existiert, der Hrvatszki Ovcar, dessen Hauptaufgabe das Rindertreiben und Hüten war – dazu braucht man mehr Körper- masse und ein gröberes Gebiss. Da das Verbreitungsgebiet beider Rassen aneinander angrenzt und eine jahrhundertealte Vermischung als sicher ange- nommen werden kann, halte ich es für außergewöhnlich wichtig, die Maße des Mudi strenger als bisher zu beachten und zu richten. Seit Jahren läute ich die Alarm- glocken, dass, wenn wir nicht aufpassen, die Rasse sich verändert, ja verloren geht, weil aus Ahnungs- losigkeit und Desinteresse aus dem Mudi ein Hvratzki Ovcar Mischling wird.

In diesen Überzeugungen bestärkt mich auch die Artikelserie von Dr. Balássy, die Sie in der Klubinfo lesen konnten, bzw. an der Klubtagung im September in seinem Vortrag gehört haben.

Aber wenn ich die Ausstellung- und Körungsergebnisse der letzten 3-4 Jahre als Grundlage nehme, bestätigen diese meine Befürchtungen. Aber, warum bemühe ich das Thema zum soundsovielten Mal?

Ich kehre zurück zu der am Anfang erwähnten Datensammlung. Mit ihrer Hilfe habe ich ein repräsentatives Aufmaß der Mudigrößen getätigt und das damit im Zusammenhang stehende äußere Erscheinungsbild festgehalten.

Erst mal ein paar Worte über die aufgezeichneten Hunde. Ich habe 40 Rüden und 60 Hündinnen als Grund- lage genommen, davon war ein Teil aus meiner Zucht oder war einer meiner langjährigen Zuchthunde bzw. habe ich diese „fremden“ Hunde in den vergangenen acht Jahren auf Ausstellungen und Körungen getroffen.

Von den 40 untersuchten Rüden hatten das Idealmaß 43-45 cm nur 3 Rüden, d.h. 7,5 %,
Akzeptable Größe 46-47 cm hatten 20 Hunde, d.h. 50 %,
Standard überschreitend (über 48 cm) 17 Rüden, d.h. 42,5 %.

Unter den Hunden mit Idealgröße war 1 Champion, in der noch akzeptablen Klasse 9 Champions und in der standard- überschreitenden Kategorie waren 8 Champions! Von diesen 8 Champions der letzten Kategorie waren 5 Rüden 48-49 cm und 3 Rüden 50-52 cm groß. Ein riesiger Fehler!

Und diese Rüden sind zur Weiterzucht empfohlen, obwohl sie weit aus dem Standard herausfallen.

Von 60 untersuchten Hündinnen besaßen das Idealmaß (40-42 cm) 14 Hündinnen, d.h. 21%,noch zugelassen (38-39 bzw. 42-44 cm) waren 24 Hündinnen, d.h. 40% und
standardüberschreitend ab 45 cm aufwärts waren 23 Hündinnen, d.h. 38,33%.

Bei den Idealmaß-Hündinnen sind drei Champions, bei den noch zugelassenen 11 und bei denen über dem Standard 10 Champions1 Von diesen würde ein Großteil auch als Rüde zu groß sein, denn von Ihnen sind 3 Hündinnen 49 cm hoch.

Bei den insgesamt 100 näher untersuchten Mudis sind 16 ausgesprochen ideal, 44 gehören zur tolerierten Größe und 40 sind eindeutig zu groß.

Versuchshalber habe ich zufällig 5 ideale und 5 über dem Standard liegende Hunde ausgesucht (jeder Mudi hat eine Zuchtbuchnummer, unter diesen habe ich 5 – 5 ausgelost). Von diesen Hunden habe ich die Daten über äußerliche Merkmale verglichen und die nachfolgenden bemerkenswerten Ergebnisse haben sich herausgestellt:

Während bei den idealmaßigen Hunden die durchschnittliche Fehlerquote der äußeren Merkmale bei 4,2 liegt (wenigstens 3, höchstens 6), lagen bei den Hunden über dem Standardmaß die Fehlerquote bei 17! Die niedrigste Zahl war 14, die höchste Fehlerzahl 24.

Den Vergleich der letzten Gruppe auswertend, bin ich zu der Überzeugung gelangt, daß die Größe und die äußerlichen Merkmale in engem Zusammenhang stehen.

Von den untersuchten 5 übergroßen Hunden hatten alle, ohne Ausnahme einen flachen Schädel, gestreckte Pfoten, einen rundlichen, niedrig angesetzten Hals, einen breiten Rumpf und ein zu kräftiges, großes Gebiss.

Und das sind alles – ohne Ausnahme – Hvratski Ovcar-Eigenschaften. Dieser Zusammenhang regt zum Nachdenken an!

Ich halte es für angebracht, die Rüden viel strenger zu richten, so daß die übergroßen Rüden keine CAC-Titel bekommen damit und auch nicht in  die Championklasse. Diese Hunde können, wenn sie das Maß um 1-2 cm überschreiten, aber sonst absolut typvoll sind, eventuell aufgrund einer Einzelfallbewertung die Zucht- zulassung erhalten, aber bei Ausstellungen sollten sie nicht mehr favorisiert werden.

Szabóné Szabó Zsuzsanna
„Züchter mit Goldkranz“
MEOE Hungaria Puli Pumi Mudi Klub
Rassesekretär
 

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Farbgenetik für Mudifans und andere

Von Balázs Sofia
Szürkevillám Kennel
 

Im März 2001 wurde im Rahmen der Richtertagung wieder über den Standard der ungarischen Schäferhunde gesprochen. Bei den Mudis wurde folgendes festgestellt: sie sind  einfarbig oder gemerlt.

Die Benennung der Farben ist folgende: schwarz, aschfarben (blau), braun, fakó (beige), weiß und cifra (merle).  

Nach den Gesetzen der Genetik können die einzelnen Hunde neben der sichtbaren Farbe auch verdeckt ein anderes Farb- gen tragen, so können wir auch bei gleichfarbigen Eltern in vielen Fällen abweichend gefärbte Welpen bekommen.
Schauen wir auf ein paar „einfache“, aus dem Leben gegriffene Beispiele  und die Farben der Welpen:

Elterntiere

Schwarz - schwarz 

Schwarz - schwarz  

Schwarz – blue-merle

Schwarz – braun  

Schwarz – aschfarben

Schwarz  - weiß

Schwarz – fakó

Aschfarben – fakó

Weiß – weiß 

Aschfarben – braun

Braun – braun

Aschfarben – aschfarben

Welpen

schwarz, fakó, braun

schwarz, aschfarben, fakó, weiß

schwarz, braun, weiß, blue-merle, brown-merle, fakó

schwarz, fakó, braun

schwarz, fakó, braun, aschfarben

schwarz, braun, weiß

schwarz, braun, weiß, fakó

schwarz, braun

fakó, weiß

schwarz

braun, grau

aschfarben, aschfarben-braun

              

Schwarz

Einfarbig schwarzes Fell, schwarzes Pigment, braune Augen. Je dunkler das Auge, desto vorteilhafter.

Hier muss ich auch die Schwarzen erwähnen, die bei der Geburt eher graphitschwarz sind und bei gutem Licht einen leichten Farbunterschied zeigen. Ihr Pigment ist bei der Geburt dunkelgrau. Im Erwachsenenalter ist er genauso wie seine schwarzen Wurfgeschwister, denn er ist genetisch schwarz, wahrscheinlich ist durch die Wirkung des „cr“ Gens das Pigment heller. Man muss sie nicht selektieren, denn wie erwähnt werden sich auch die Lefzen einfärben. Bis wir ihn in der Jugendklasse vorstellen, wissen nur wir, wie er geboren wurde. Wenn er  andere Farben in sich trägt, (braun, aschfarben) kann er auch hellere Nachkommen haben.

Aschfarben

Diese bei anderen Rassen blau genannte Farbe nennen wir bei den Mudis aschfarben. Diese Bezeichnung passt auch besser, denn während eine blaue Dogge eindeutig blau ist, sieht man beim halblangen, welligen Fell des Mudis in der prallen Sonne einen Braunstich, so dass Hundeanfänger ihn mit dem Braunen ver- wechseln könnten. Die Aschfarbe zeigt sich am schönsten in dem kühlen Morgenlicht, hier ist sie wirklich blau-grau. Sie werden grau geboren und haben graues Pigment. Sie verdanke ihre Farbe dem das schwarz zu grau aufhellendem „d“ Gen. Während der Schwarze versteckt in sich  „Dd“ Genpaare trägt, ist bei den Aschfarbenen  „dd“ aufgehellt.  „Dd“ schwarz verpaart mit „Dd“ schwarz ergibt „DD“ schwarze, „Dd“ schwarze  und „dd“ aschfarbige Nachkommen.

Die hellere oder dunklere Variante bewirkt wahrscheinlich das „cr“ Gen. Die hellere Variante dunkelt später nach.

Es ist auf Ausstellungen schon vorgekommen, dass man sie mit den schwarzen verwechselt hat, aber sie sind aufgrund ihrer Augen und Pigmentfarbe gut zu unterscheiden. Auch die Augenfarbe wird durch das „dd“ Gen aufgehellt. Bisher ist der aschfarbene Hund mit dunkelbraunen Augen noch sehr selten, aber auch hier ist das Ziel die dunkle Augenfarbe.

Braun

Eindeutig braun, die Farbe kann von hellem Milchkaffeebraun bis zu „Dunkelbraun“ reichen. Die Nuancen bestimmen hier auch die aufhellenden Gene.

Die Farbe wird von dem schwarz in braun aufhellendem „b“ Gen verursacht, genauso wie bei den asch- farbenen, bei „bb“ wird schwarz zu braun. Die Augen sind gelbbraun, im Idealfall erinnern sie an die mittel- braunen Augen wie bei den schwarzen.

Das Pigment harmoniert mit der Fell und Augenfarbe. Es ist eine angenehme Farbabwechslung bei Aus- stellungen. Wenn sie geboren werden und sie Augen öffnen, blicken diese mit erstaunlich blauen Augen auf die Welt. Nur wenige können diesen Kleinen widerstehen.  Sie werden auf Ausstellungen gut bewertet, wobei die Richter sich noch an diese Farbvariante gewöhnen müssen Es gibt unter ihnen Klassensieger und HJCH´s.

Asch-braun

Diese haben beide aufhellenden Gene in sich ,  „d“ und „b“. Es erinnert am ehesten an den Weimaraner, die sogenannte. „Isabellfarbe“.

Natürlich tragen die schwarzen diese Gene, weil wenn ein  Mudi gleichzeitig das „b“ und „d“ Gen trägt und mit solch einem verpaart wird, aber vor allem ( und das ist das seltenste) wenn braun-braun verpaart wird (Veres Zsolt) können „Graue“ geboren werden, wenn diese das „d“ Gen tragen.

Aber auch umgekehrt stimmt es, dafür ist der Wurf von Mai einer aschfarben-aschfarben Verpaarung  Beweis. Es wurden 6 Welpen geboren,  5 aschfarben, 1 asch-braun. Unter seinen Wurfgeschwistern sieht er eindeutig braun aus, aber neben braunen Welpen eher grau.

Schauen wir auf die Genstruktur, wobei wir nur „b“ und „d“ untersuchen:

Eltern:               DdBb + dd Bb                 ddBB + ddBb

                                                                      ddBB (asch)

                                                                      ddBb (aschfarben tragend)

Nachkommen:  ddBb (asch),  ddBB (asch),  ddbb (asch-braun)

Daraus geht hervor, dass diese Farbvariante sicher bei selber Paarung auch gleiche Nachkommen bringt.

Merle

Die bekannteste Variante ist  blue-merle, die auf schwarz-grauem Untergrund schwarz gepunktet, gestreift oder marmoriert ist. Das Pigment ist dunkelgrau oder schwarz mit möglichst dunklen Augen.

Es kommt vor, vor allem wenn der Kopf mit kleinen Farbtupfen bedeckt ist, dass ein oder beide Augen blau sind. In einigen Fällen ist auch in der Iris ein blauer Streifen oder Stern, ev. ist dieses sogar halb braun, halb blau. Das ist kein Fehler. Natürlich ist aber auch hier das dunkle Auge wünschenswerter.

Man muss wissen, das auch diese Farbe im Laufe der Zeit dunkler wird. Wenn in jungen Jahren die schwarze Maserung auf hellgrauem Untergrund erscheint, erscheint diese mit 4 bis 6 Jahren deutlich dunkler. Bei den merle Hunden sind wir etwas großzügiger mit weißen Flecken an Rumpf und an den Beinen, aber auch hier sind ausgedehnte weiße Flecken nicht zuge- lassen.

Auch wenn ein Welpe mit einem großen weißen Brustfleck geboren wird, dieser beginnt sich nach ein paar Wochen mit Flecken zu füllen. Im Erwachsenenalter verschwindet er meist teilweise oder ganz.

Hier muss auch der Braun-Merle erwähnt werden, wo die „Maserung“ auf braunem Untergrund („bb“) erscheint. Hier sind  auf Milchkaffeebraun (hellbraun) dunkelbraune Tupfen, Streifen oder marmoriertes Fell.

Weiße Flecken ähnlich wie beim Blue-Merle.

Die Augenfarben entsprechen dem der braunen, ebenso wie das Pigment.

Fakó und weiß

Ich behandle beide Farben zusammen, weil sie erstens ähnliche Merkmale bei Pigment und Augenfarbe aufweisen, und zweitens weil ihre Farbgenetik ähnlich ist. Nach meiner Überzeugung entspricht die fakó/weiße Farbe des Mudi den durch Little (1957) beschriebenen Farben. Nach seiner Meinung kann sich weiß in einer Rasse auch so entwickeln, dass bei dem ursprünglich gelb verursachenden  „ee“ oder „ayay“ Genotyp auf dem C Gen das  aufhellende „cr“ Gen hinzukommt und so kann jede Schattierung zwischen gelb und weiß entstehen. Diese Hunde sind genetisch gesehen gelb. Da die weißen Mudis in ihrem Leben ab und zu an unterschiedlichen Körperpartien einen gelblichen Schimmer zeigen ist anzunehmen, dass auch das Weiß des Mudi dieser Beschreibung entspricht. Das wird auch dadurch gestützt, dass bei weiß-weiß Verpaarung auch schon fakó Nachkommen entstanden sind.

Die fakó Welpen werden oft weiß geboren oder butterfarben, er ist selten so gelb, dass diese Farbe ein- deutig wäre. Man sieht meist nur eine matt, gelbliche Färbung an den Ohren, später entwickelt sich nach und nach die gelbe, fakó Farbe.

Wenn ein Welpe schon eindeutig gelb geboren wird, sollten wir ihn sehr schätzen, denn es könnte ein echter gold-fakó werden. Auch hier verstärken sich die Farben wie bei den anderen, so zeigen weiße mit 4-6 Jahren gelbe Verfärbungen, die nicht fehlerhaft sind.

Die Fakó bekommen dann die typische gelb-fakó Farbe. Das Pigment ist schwarz, die Augen im Idealfall dunkel. Aber es kann vorkommen, das im Winter der Nasenspiegel aufhellt, die sog. Wechselnase. Das ist nicht besonders von Vorteil, aber auch kein schrecklicher Fehler. Man sollte sich um die Schaffung eines möglichst dunklen Pigments bemühen.

Man sollte auch wissen, dass die weißen und fakó Mudis nicht mit schwarzer Nase und Lefzen geboren werden.

Balázs Sofia
Szürkevillám Kennel

Zusammenfassung
Schwarz kann außer
Merle alle Farbvarianten tragen. Auch bei schwarz-schwarz Verpaarung geborene Welpen müssen nicht homozygot sein, es kann sein, dass sich nur die Genpaare so ausgebildet haben (Bb, Dd....).
Der Mudi wird im Laufe der Zeit immer dunkler, er hellt nie auf, im Gegensatz zum Puli und Pumi.

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FCI-Standard Nr. 238 / 22.11.2004 / D

 

Mudi

Übersetzung: Frau Agnes Czékli.

Ursprung: Ungarn.

Datum der Publikation des gültigen Standards: 09.11.2004

 

Verwendung: Treibhund. Wegen seines mutigen Verhaltens ist er bei den Schäfern auch zum Treiben schwieriger und groß gewachsener Tierarten sehr beliebt. Er wird auch zur Treibjagd auf Wildschweine verwendet. Vorzüglicher Schutz- und Begleithund. Hund zur Rauschmittelsuche. Wach- und Alarmhund. Ausgezeichneter Agility-Hund. Liebenswerter Haushund. Wegen seiner relativ kurzen Behaarung und seiner ausgezeichneten Anpassungsfähigkeit bietet seine Haltung auch in der Wohnung kein Problem.

Klassifikation FCI:                Gruppe 1          Hüte u. Treibhunde
                                                Sektion 1            Schäferhunde – ohne Arbeitsprüfung

Kurzer geschichtlicher Abriß: Die Rasse entstand während des 18. Bis 19. Jahrhunderts aus einer Vermischung von ungarischen Treibhunden und höchstwahrscheinlich von verschiedenen deutschen Hütehunden mit Stehohren.

Allgemeines Erscheinungsbild: Es handelt sich um eine mittelgroße Hütehunderasse mit einem keilförmig Kopf. Stehohren. ist verjüngt sich gegen die Nase zu.. Die obere Linie des Körpers ist eindeutig nach hinten geneigt. Der Kopf und die Gliedmassen sind von kurzen, glatten Haaren bedeckt. Die anderen Körperpartien zeigen eine etwas längere, stark gewellte bis leicht lockige Behaarung. Es gibt verschiedene Farbvarietäten.

Wichtige Proportionen:
Die Körperlänge entspricht in etwa der Widerristhöhe.
Die Brustkorbtiefe beträgt etwas weniger als die Hälfte der Widerristhöhe.
Die Fanglänge ist etwas geringer als die Hälfte der Kopflänge.

Verhalten /Charakter (Wesen): Der Mudi ist außerordentlich lernfähig, von lebhaftem Temperament, mutig, wachsam, arbeitsfreudig, aufgeweckt und anpassungsfähig.

Kopf: Der am meisten ansprechende Körperteil des Mudi ist zweifellos sein Kopf. Dieser soll für den Beobachter den Eindruck eines wachsamen, immer tatkräftigen, lustigen und verständigen Tieres erwecken, ohne jeden Anflug von Ängstlichkeit oder Aggressivität. Der Kopf ist keilförmig und verjüngt sich gegen die Nase zu.

Oberkopf:
Schädel: Schädel und Stirn sind leicht gewölbt. Hinterhauptbeinstachel ist nicht ausgeprägt. Die Augenbrauenbogen sind nur wenig entwickelt.
Stop: Schwach ausgebildet.
Gesichtsschädel:
Nasenschwamm: Schmal, vorne abgerundet, mit mittelmäßig weiten Nasenlöchern. Bei den Farbschlägen schwarz, weiß, falb und „blue-merle“ ist die Farbe des Nasenschwammes immer schwarz; bei den anderen Farbschlägen harmonisiert die Nasenschwammfarbe mit der Farbe des Haarkleides; so ist z.B. der Nasenschwamm bei braunen Farbschlägen braun, und bei grau-blauen grau-blau. Bei braunen Hunden brauner Lidrand.bei grau-blauen grau-blauer Lidrand.
Fang: Mittelmäßig kräftig, Nasenrücken gerade.
Lefzen: Sich straff an das Gebiß anschmiegend. Der Maulwinkel ist leicht gezackt. Die Pigmentierung der Lefzen entspricht der Pigmentierung des Nasenschwammes.
Kiefer /Zähne: Der Zahnformel entsprechendes vollzahniges Scherengebiß. Regelmäßige, mittelgroße Zähne.
Augen: Schmal, am inneren und äußeren Augenwinkel leicht spitz zulaufend und etwas schräg eingesetzt, was dem Blick einen draufgängerischen Ausdruck verleiht. Die Augen sollen möglichst dunkel gefärbt sein. Nur bei den aschfarbigen und blue-merle Farbschlägen sind Birkaugen (blau oder weiß) kein Fehler. Die Lidränder sind straff, gut an den Augapfel anliegend und gleichmäßig pigmentiert.
Ohren: Hoch angesetzte Stehohren. Sie zeigen eine umgekehrte V-Form und sind üppig behaart, wobei die Haare über die Ränder der Ohrmuscheln hinausragen. Das Affektspiel der Ohren ist sehr lebhaft; der Hund kann die Ohrmuscheln – auch unabhängig voneinander – wie einen Radarschirm drehen. Die Ohren sind ungefähr um 10-15% länger als ihre Breite am Ansatz.

Hals: Der etwas hoch angesetzte Hals bildet mit der Horizontalen einen Winkel von 50-55°. Es ist mittellang, wenig gewölbt und gut bemuskelt. Ohne Wamme und ohne ausgesprochene Halskrause. Bei Rüden kann eine wenig entwickelte kleine Mähne vorhanden sein; diese darf jedoch nie auffallend sein.

Körper:
Obere Profillinie: Sie ist deutlich erkennbar zur Kruppe hin abfallend.
Widerrist: Ausgeprägt und lang, bemuskelt.
Rücken: Gerade, kurz.
Lende: Mittellang und fest gefügt.
Kruppe: Kurz, etwas abfallend, mittelbreit, bemuskelt.
Brust: Die Vorderfront der Brust ist leicht gewölbt. Die Rippen sind etwas breit und eher flach.
Bauch: Leicht aufgezogen.

Rute: Mittelhoch angesetzt. In der Ruhe hängt sie, wobei das untere Drittel fast bis zur Horizontalen angehoben ist. Bei Aufmerksamkeit und lebhafter Bewegung wird die Rute sichelartig höher als die Rückenlinie getragen. Das Kupieren der Rute ist unerwünscht, gilt aber nicht als Fehler. Sofern die Rute kupiert wird, müssen 2-3 Rutenwirbel sichtbar erhalten bleiben. Hunde mit angeborener Stummelrute oder Rutenlosigkeit sind selten; dies wird nicht als Fehler eingestuft. Die Rute ist reichlich behaart; an der Unterseite kann die Länge der Haare sogar 10-12 cm betragen.

(Anmerkung Klub für Ungarische Hirtenhunde: in Deutschland ist lt. Tierschutzgesetz seit 30.06.98 das Kupieren der Rute verboten!)

Gliedmassen:

Vorderhand:
Schultern: Das Schulterblatt ist mäßig schräg und gut bemuskelt. Die Vorderfront der Brust ist gerundet und die Spitze des Brustbeins steht nur leicht vor.
Oberarm: Mittellang, bildet mit der horizontalen Linie einen Winkel von ca.45 Grad.
Ellenbogen: Eng am Körper anliegend.
Vorderfußwurzel: Fest, trocken.
Vordermittelfuß: Steil.
Vorderpfoten: Rund, mit eng aneinanderliegenden Zehen. Zwischen und unter den Zehen ist nur wenig Haar vorhanden. Ballen elastisch; Krallen schiefergrau und hart.
 
Hinterhand: Die Hinterläufe sind etwas nach hinten überstreckt.
Oberschenkel: Lang, reichlich bemuskelt.
Hintermittelfuß: Kurz und steil.
Hinterpfoten: Wie die Vorderpfoten. Afterkrallen sind unerwünscht.
 
Gangwerk: Die Bewegung des Mudi ist charakterisiert durch trippelnde Schritte.

Haut: Fest, ohne Falten.

Haarkleid:

Haar: Kopf und Vorderseite der Gliedmassen sind von kurzen, geraden und glatten Haaren bedeckt. An den anderen       Körperteilen ist die Behaarung einheitlich stark gewellt oder leicht gelockt, dicht, immer glänzend, etwa 3 – 7 cm lang.       An einzelnen Stellen sind Haarwirbel und Haarleisten ausgebildet. Die Behaarung ist an der Hinterseite des Unterarms       und des Oberschenkels am längsten und bildet dort ausgeprägte Federn.

Farbe:
Falb
Schwarz
Blue-merle, d.h. schwarzgesprenkelt, gestreift, gestromt oder gefleckt auf einem dunkleren oder helleren bläulichgrauen Grund.
Aschfarben
Braun
Weiß

Gering ausgedehnte, weiße Abzeichen werden geduldet, sind jedoch unerwünscht. Ein weißer Brustfleck mit einem Durchmesser unter 5 cm, sowie kleine weiße Abzeichen an den Zehen sind gestattet, aber uner- wünscht.

Größe und Gewicht:

Widerristhöhe:           Für Rüden:             41 - 47 cm, Idealgröße 43 - 45 cm
                                    Für Hündinnen     
  38 - 44 cm, Idealgröße 40 - 42

Gewicht:                     Für Rüden:             11 - 13 kg
                                    Für Hündinnen         8 - 11 kg
 

Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muß als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

Ausschließende Fehler:

Aggressiv oder ängstlich.
Fleischfarbener, leberbrauner oder gefleckter Nasenschwamm bei schwarzen, weißen, falbfarbenen,      blue-merle oder aschfarbenen Hunden. Fleischfarbener oder gefleckter Nasenschwamm bei braunen        Hunden.
Fehlen von einem Zahn oder mehrerer Zähne von den Schneidezähnen, den Eckzähnen, den Prämolaren 2-4 und den Molaren1-2. Fehlen von mehr als 2 PM1; die M 3 werden nicht berücksichtigt.
Vor-und Rückbiß, Kreuzgebiß, Kontaktverlust der Schneidezähne von mehr als 2 mm.
Gelbe Augen bei schwarzen Hunden.
Hängeohren.
Kurze glatte anliegende Behaarung am ganzen Körper; lange Haare am Kopf, zur Verfilzung neigende Behaarung.
Wolfsgraue Farbe; schwarz und loh mit gelben bis braunen Abzeichen.
Größe unter 38 bzw. über 47 cm.
Albinismus.
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

 

Standard heißt u.a. Durchschnittsmuster, man könnte auch Mittelmaß sagen.
Ich, Ivory von den großen Strolchen,  werde nicht nur mittelmäßig sein,
finde mich schon heute mit 9 Wochen einfach nur Klasse!

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Der Mudi

Historische Details und Herkunft
von Árkosi József

Überspringen wir einige Jahrhunderte und betrachten wir einige älteren Beschreibungen des Hütehundes  - und ich schreibe absichtlich nicht Puli:

Kissantási Pethe Ferenc  beschreibt in seinem 1815 erschienenen „ Természet Historiája/ Geschichte der Natur“ den „Pumi“ (eigentlich Mudi)  folgendermaßen: „ihn gibt es klein, groß und in verschiedenen Farben...- sein Kopf ähnelt am ehesten einem Fuchs...“




Der Text und das beigefügte Bild zeigt eindeutig einen dem Mudi ähnelndem Hund. Bezeichnend sind auch noch andere, damals noch gebräuchliche Bezeichnungen: Der Spicc, Pommer (Pommer Spitz).

 

Unter der Bezeichnung Pumi  ist sicher ein Mudi das Modell des Zeichners gewesen!


Mehely Lajos schrieb auf Anfrage 1901 in Brehms „Tierleben“ folgendes über den „Puli“:   ........sein Gesicht erinnert an einen Schakal, etwas kräftiger als das eines Fuchses, länglich, nach vorne hin verjüngend und spitz.... Die nah beieinander stehenden Ohren sind groß , am Ansatz breit, nach oben spitz zulaufend, gerade aufgerichtet; hat das Tier aber Angst , ist misstrauisch oder schämt sich,  legt es seine Ohren flach nach hinten, wie es die Schakale tun....

/fußnote/ Nicht zu verwechseln  ist mit dem Puli der in manchen Gegenden (z.B: im Komitat Zala) den ebenfalls mit dem Schafen gehenden Pumi – der mit seinem größeren und höheren Gebäude, herunterhängenden Ohren, längerer und weicherer Behaarung, schmutzig graubrauner Farbe und seinem zotteligen Gesicht an die seidenfelligen Hunde ( Pinscher?) erinnert...

...sein Fell ist im Gesicht und an der Vorderseite der Läufe kurz, an Stirn , auf dem Kopf und an der Außen- seite der Ohren ist es deutlich länger, ....er ähnelt am ehesten dem deutschen Spitz, ist jedoch von kleinerer Gestalt, sein Kopf ist länger und spitzer...

Buzzi Géza Felix 1914 und Lovassy Sándor 1919 haben den Puli als hänge- oder stehohmig beschrieben, aber ebenso den Pumi, wobei Lovassy den Pumi eindeutig als transdanubische Rassevariante abspaltet. Er bemerkt, dass seine Farbe meist taubengrau ist, sein Fell kürzer als das des Puli, seine Läufe jedoch länger. Vielleicht ist das nach den heutigen Bestimmungen die erste richtige Trennung beider Rassen.



 

 

 

Der mit dem Namen Kuvasz versehene Hund zeigt eventuell die Vorfahren des Pumi.



Wie wir sehen, ist der Mudi – zumindest dem Namen nach – immer noch nirgends, nur Méhely erinnert bei der Beschreibung des „Pulis“ in einer Fußnote an einen typvollen Hund –von Toth Mihály, Verwalter in Bugac-  genannt  „Mudi“ als  einer der typvollsten Vertreter seiner Rasse.:  das heißt im Klartext, dass beide Arten namentlich nicht unterschieden wurden und sehr oft der Mudi als Puli bezeichnet wurde. Die kleinen Ungarischen Hirtenhunde wurden generell Puli genannt, egal ob sie nach heutigem Verständnis Puli, Pumi oder Mudi waren.

Mit der Entwicklung der Kynologie kam auch das Bestreben auf, auf dem Gebiet der Namensgebung der ungarischen Hirtenhunde endlich Ordnung zu schaffen. Die Katalogisierung ist größtenteils Dr. Emil Raitsits zu verdanken, der endlich Ordnung in die Benennung der vier (!) Rassen brachte. Nach Raitsits Bestim- mungen ist der Kommondor und der Kuvasz ein Hirtenhund, während der Puli und seine transdanubische Variante, der Pumi, Hütehunde sind. Sein Ziel war, zuerst die genauen äußeren Merkmale und den Rasse- charakter genau zu bestimmen, und danach diesen entsprechende Namen zu geben. Auf die Jahre 1920-
1930 können wir die  Herausbildung der zu den heute bekannten Namen gehörenden Typen  festmachen.

Museumsdirektor Fényes Dezsö hat es als seine Pflicht gesehen, die lebenden ungarischen Werte und Schätze zu bewahren: wenn ihm die intelligenten, spitzohrigen Hütehunde die er in seiner Kindheit viel gesehen hatte nicht so gefallen hätten und er  nicht begonnen hätte diese zusammenzusuchen und mit eigenem Zuchtbuch zu züchten, wäre der Mudi vielleicht heute schon ausgestorben   - trotz dessen er in seiner ursprünglichen Form sehr viel länger bekannt u. bewährt war, wie wir gesehen haben- nur wurde er mit anderen Namen bedacht.

Die Rassen waren auch untereinander vermischt und noch im ersten Puli-Zuchtbuch sind Würfe verzeichnet, in denen spitzohrige Welpen fielen, oft mehr als die Hälfte der Welpen.

Es ist beinah vergleichbar mit der Komondor-Kuvasz-Population, die lange Zeit in Ungarn nicht rein zu finden waren, sondern beide Arten durchaus aus demselben Stamm kamen, sie sind Vettern. Erst mit Beginn der Sporthundezucht um 1900, hat man begonnen, gezielt die Rassemerkmale zu beachten und die Rassen rein zu züchten.

Ebenso Vettern sind Mudi, Pumi und Puli, auch heute noch können sie die Welpen dieser Rassen bis zur 4. Woche kaum unterscheiden, so ähnlich sind sie sich bis zu dieser Lebensphase. Der Mudi ist mit der genügsamste, pflegeleichteste und zäheste dieser Familie. Der Puli-Pumi-Mudi-Klub in Ungarn ging vor einigen Jahren dazu über, die Junghunde bzw. die Zuchthunde einem spontanen Hütetest zu unterziehen, um deren Veranlagung u. Charaktereigenschaften im ursprünglichen Sinne zu testen und sie für weitere Generationen zu erhalten. Von den Pulis zeigen heute nur noch ca. 25 % diese angeborenen Eigenschaften und Instinkte, beim Pumi sind es ca. 60% und 70% aller getesteten Mudis zeigen hervorragende Eigen- schaften angeborener Weise beim Hütetest ohne Vorübung.

Dieses Ergebnis zeigt, wie nahe die Population des Mudi noch an ihrem ursprünglichen Typ ist. Bei dieser Rasse gibt es kaum HD oder sonstige Erbkrankheiten. Eine Ausnahme bilden die Länder Finnland und Schweden, wo der Mudi als Population im Vergleich relativ zahlreich ist. Hier wurde zwangsläufig relativ enge Linienzucht betrieben. In diesen beiden Ländern wird der Mudi teilweise auch zum Schutzhund ausgebildet u. legt mit Erfolg die Schatzhundeprüfung ab.

Der Mudi eignet sich unter intelligenter Führung vorzüglich zur Ausbildung als Rettungshund, er wird in der Zollfahndung sehr erfolgreich eingesetzt, als Fährten- und Suchhund, er besitzt eine vorzügliche „Nase“, weitgehend ohne ausgeprägten Jagdtrieb.

Hier in Deutschland lehnen wir die Ausbildung zum Schutzhund – wie z.B. beim Deutschen Schäferhund – ab. Der Mudi besitzt Temperament, Schnelligkeit, Tapferkeit und Mut, dazu gehört auch eine gewisse Schärfe, seine Wesenseigenschaft der engen Bindung an seinen Menschen u. sein gesundes Misstrauen gegenüber Fremden machen ihn zum idealen Wachhund und unbestechlichen Freund und Beschützer auch für ältere Menschen oder Familien mit Kindern. Er ist dann zugleich ein lustiger, verschmuster Freund und Kamerad und Spielgefährte und „Bodyguard“ für die Kleinen.  Man kann ihn problemlos auch in der Wohnung halten, wenn für genügend Auslauf und Bewegung durch Spiel und Hundesport gesorgt ist.  Durch seine Körper- größe von ca. 42-45/max. 47 cm ist er der ideale zuverlässige Beschützer und Wächter, sein Gesicht beträgt zwischen 8-10 kg. (Hündin) und 10-12 kg. (Rüde). Er ist in der richtigen Hand ein angenehmer, idealer Haus- und Familienhund. Seine Erziehung geschieht nur dann erfolgreich, wenn sie auf gegenseitigem Vertrauen, liebevoller Geduld u. Konsequenz und Gewaltlosigkeit basiert. Er lernt dann viel und schnell und auch Kunststückerl jeder Art. Mit einem guten Mudi kann man durch Dick und Dünn gehen.

Trotz seines Temperamentes besitzt er eine große innere Ruhe, neigt nicht zum Kläffen und ist im täglichen Umgang sehr angenehm.