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Der Mudi
Flo von den großen Strolchen
Nachfolgend erhalten Sie ein Rasseportrait des Mudi, Stimmen zum Mudi, Abhandlungen zur Größe und zu den Farben sowie den bei der FCI hinterlegten Rassestandard des Mudi. Abschließend finden Sie historische Details zum Mudi und Angaben zu seiner Abstammung.
Zu Beginn der Sporthundezucht in
Ungarn, circa um 1900 herum, stellte man jedenfalls fest, dass neben hängeohrigem
Puli und kippohrigem Pumi noch ein dritter, stehohriger, Hütehundschlag
existierte. Nachdem jahrzehntelang ein großes Wirr- warr hinsichtlich
der Benennung der verschiedenen Hüte- und Hirtenhund- varietäten
geherrscht hatte, war man mit Entwick- lung der Kynologie bestrebt,
endlich Ordnung in die Nomenklatur der ungarischen Herdengebrauchshunde
zu bringen. Dezsö Fenyes, ein Museumsdirektor aus Balassagyarmat, war
es, der als erster im Jahr 1936 den Mudi beschrieben, ihm zu seinem
Namen verholfen und seine Zucht organisiert hat.
Viele Kleinbauern in Ungarn nennen einen Mudi oder
Mudi-Mischling ihr eigen. Er wird von ihnen als „Mädchen für
alles“ eingesetzt. Morgens treibt er die paar Schweine, Hühner und Gänse
aufs Feld, bewacht und beschützt diese untertags und bringt sie abends
wieder vollzählig und selbständig in den heimatlichen Stall zurück.
Andere Mudis bewähren sich als unent- behrliche Helfer von Rinder-,
Pferde- und Schafhirten. Außerhalb seiner Heimat ist dieser großartige
Gebrauchshund noch wenig bekannt. In Deutschland beginnt der Mudi erst
in den letzten Jahren, langsam Fuß zu fassen. Hier dürfte es momentan
circa 35-40 Mudis geben, um die sich 3-4 Liebhaber- Züchter bemühen.
Von 1981 bis heute wurden 51 Mudis eingetragen (Welpen und Importhunde).
Einige Mudis gibt es in Holland und England. Deutlich mehr Mudis leben
in Norwegen, Schweden und Finnland. Auch in den USA und Kanada beginnt
der Mudi neuerdings, allmählich Fuß zu fassen. Exterieur Kopf und Extremitäten des Mudi sind kurz und glatt
behaart, was seinen hübschen Kopf mit dem ausdrucks- vollen Gesicht
wirkungsvoll unterstreicht. Der restliche Körper ist mit mittellangem,
mehr oder weniger stark gewelltem bis leicht gelocktem Haar bedeckt,
welches etwas an das Fell von Wasserhunden erinnert und im deutschen Schäfer-Jargon
als „Rollhaar“ bezeichnet würde. Obwohl die Grundfarbe des Mudi ein glänzendes
Schwarz ist, kommt er, wenngleich selten,
auch in anderen Farbvarietäten vor: blue-merle (ungarisch: cifra),
aschfarben (blau), beige (ungarisch: fakó), aschbraun (isabellfarben),
braun und weiß. Kleine weiße Abzeichen (Brustfleck, weiße Zehen)
werden toleriert, obgleich sie nicht erwünscht sind. Das Haarkleid des Mudi ist schmutzabweisend, sehr
witterungsbeständig und pflegeleicht. Gelegentliches Kämmen oder Bürsten
sind vollends ausreichend.
Wer dem Mudi gerecht werden will, muss sich stets vor Augen halten, dass dieser kleine Geselle ein Vollblut-Arbeitshund ist, ausgestattet mit lebhaftem Temperament und auffallend rascher Auffassungsgabe, lernbegierig und arbeitswillig. Reines Gassigehen alleine reicht oft nicht aus. Dieser Hund will gefordert und gefördert werden. D.h., wenn man den Mudi als Haus- und Begleithund halten will, muss man ihm, neben ausreichend Bewegung, auch geistige Beschäftigung bieten, z.B., indem man ihm eine Ausbildung in einem hundesportlichen Bereich angedeihen lässt und/oder sich kleine Aufgaben für ihn ausdenkt, die man ihn täglich ausführen lässt. Da er sehr gelehrig, aufgeweckt und verständig ist und über eine gehörige Portion „will to please“ verfügt, bereitet seine Erziehung fast nur Freude und wenig ernsthafte Probleme – voraus- gesetzt, man behandelt ihn nicht grob oder ungerecht. Für eine harte, auf Drill und Druck basierende Aus- bildung ist diese sensible Rasse nicht geeignet. Ihre Qualitäten kommen dann am besten zum Tragen, wenn man sie geduldig und einfühlsam erzieht und führt – am besten über Vertrauensbildung und positive Be- stärkung, aber dennoch mit der nötigen Konsequenz. Sehr wichtig für diesen energiegeladenen und arbeits- freudigen Hund ist ein lebhaftes, viele Aktivitäten bietendes Umfeld, denn Langeweile verträgt der Mudi nur schlecht. Bei ständiger starker Unterforderung kann er aggressiv oder apathisch und durchaus zum Problemhund werden – wie man das ja auch von anderen Herdengebrauchshunden her kennt. Eine weitere typische Eigenschaft des Mudi ist, dass
er eine extrem enge Bindung zu seinem Meister eingeht, seine Bezugs-
person(en) wahrlich vergöttert. Er bleibt von sich aus dicht bei seinen
Menschen, ist immer darauf bedacht, sie nicht aus den Augen zu verlieren
und überall mit dabei zu sein. Viele Mudis sind so anhänglich, dass
sie ihren Menschen buchstäblich auf Schritt und Tritt folgen. Hinzu
kommt, dass der Mudi im allgemeinen keinen Jagdtrieb hat, d.h. nicht
streunt, jagt oder wildert, was Spaziergänge in Wald und Flur mit ihm
sehr erleichtert. Zudem ist er außerordentlich reviertreu. Fremden
gegenüber verhält er sich eher reserviert. Bei ungarischen Hirten wird der Mudi wegen seines
schneidigen Auftretens und seiner Wendigkeit zum Hüten und Treiben großer,
wehrhafter Weidetiere wie Pferde und Rinder eingesetzt, aber auch an
Schafen sowie gelegentlich zur Treibjagd auf Wildschweine. Das Hüten
und Treiben ist ihm angeboren. Seit circa fünf Jahren testet man in
Ungarn die drei kleinen Hüte- hundrassen auf das Vorhandensein von
Hüteeigen- schaften.
Dabei bestanden 90 % der Mudis (gegenüber nur 70 % bei den Pumis und
unter 50 % bei den Pulis) den Test. Der Mudi ruht für keine Sekunde,
wenn er an der Herde arbeitet. Obwohl er ein äußerst mutiger und
draufgängerischer Hund ist, der keine Angst kennt und ausbrechende oder
bockende Tiere fast ohne Kommando selbständig und zielgerichtet zur
Herde zurück treibt, verletzt er die ihm Anbefohlenen bei der Arbeit
nie. Höchste Intelligenz, Rasanz sowie Mut und schier unglaubliches
Durchsetzungsvermögen sind die Attribute, mit denen er eine Herde in
Schach hält. Anders als von unseren bodenständigen altdeutschen
Schafhunden oder anderen Rindertreib- hunden (Heelern) her bekannt,
kneift oder greift der Mudi bei der Arbeit nicht mit dem Maul nach dem
Vieh, sondern arbeitet mit „eying“ und ausgeprägtem Drohverhalten.
Er schießt wie ein geölter Blitz von da nach dort und hält die Tiere
mit rasanter Wendigkeit und kraft seiner überragenden psychischen
Autorität in Schach. Um die Intelligenz und den schier unglaublichen
Schneid dieser körperlich relativ kleinen Hunde näher zu illustrieren,
sei von einer Mudi-Hündin berichtet, die in Brandenburg lebt. Diese Hündin
mit Namen Amanda arbeitet an schwierigen ( teils verhaltensgestörten)
Pferden. Sie kennt jedes einzelne Pferd und seine Macken. Eine Episode
ist besonders bemerkenswert: Einmal brach eine Herde von 98 Jungrindern
(Färsen) aus dem zwei Kilometer entfernten Nachbargut aus und schickte
sich an, in den liebevoll gehegten Bio- gemüsegarten von Amandas Frauchen
einzudringen. Vier erwachsene Personen und drei große Hunde des
Pferdebetriebes waren nicht imstande, die Rinderherde zur Umkehr zu
bewegen. Da griff Amanda, die das Schauspiel aus dem Lkw heraus, in den
man sie zu ihrem eigenen Schutz rasch eingesperrt hatte, ein. Sie drückte
sich durch den Fensterspalt heraus und übernahm das Kommando. Binnen
weniger Minuten gelang es ihr, die komplette Herde in den Griff zu
bekommen, geschlossen zur Umkehr zu bewegen und über schwieriges Gelände,
z.B. durch einen breiten Bach, bis 500 Meter vor das heimatliche Gehöft
zu treiben. Wohlgemerkt: die mittlerweile vierjährige Hündin war
damals erst 18 Monate alt! Trotz seiner enormen Härte bei der Arbeit ist der
Mudi sehr sensibel und weich in der Ausbildung und Führung. Kindern
pflegt er ein geduldiger, ausdauernder und stets fröhlicher
Spielkamerad zu sein. Und auch mit Artgenossen und anderen Tieren des
gleichen Haushalts verträgt er sich gut. Das gilt jedoch nicht immer für
fremde Hunde, insbesondere solche, die wesentlich größer sind als er.
Da die Rasse zur Zurückhaltung neigt, sind optimale Prägung und
Sozialisation im Welpenalter sehr wichtig. Bei ausreichendem Auslauf und
genügend Auslastung sind Mudis im Haus sehr brav, angenehm und unauffällig
und lassen sich sogar in einer Stadtwohnung halten. Außer als liebenswürdige
Haushunde haben sie sich als vorzügliche, unbestechliche Schutz- und
Wachhunde sowie als Rauschgiftspürhunde und Rettungshunde bewährt.
Selbstverständlich eignen sie sich ausgezeichnet für nahezu alle
Hundesportarten. Da Mudis noch sehr urtümliche, unverdorbene und
robuste Hunde sind, werden sie in der Regel sehr alt. 13 bis 15
Lebensjahre sind der Durchschnitt, aber viele Hunde werden noch
wesentlich älter – und dies im allgemeinen bei guter Gesundheit bis
ins hohe Alter. Diese Rasse könnte ein Geheimtipp sein für Menschen, die einen nicht zu großen, gesunden und widerstandsfähigen, pflege- leichten Familienhund suchen, der neben angenehmen Begleithundeigenschaften noch vollwertige Gebrauchshund- charakteristika wie Wachsamkeit und Verteidigungsbereitschaft, hohe Intelligenz und Ausdauer aufweist und sich auf Grund seiner Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit für nahezu alle Aufgaben ausbilden und einsetzen lässt. ___________________________________________________________________________________ Der MudiVerschiedene Stimmen zu diesen sehr ursprünglichen Hütehunden
Kormosvári-Hajtó Csirip
Zum
Verhalten, Eigenschaften des Mudi Verwendung ____________________________________________________________________________________ Eine
kurze Zusammenfassung betreffend der Eigenschaften des Mudi Durch
seine intelligente, mutige, draufgängerische Hütearbeit ist es nicht
Zufall, das man heute fast nur Mudis oder Pumis bzw. Mischlinge beider
Rassen an den Herden sieht. Bei
diesen Hunden ist das Hüteverhalten angeboren und fast perfekt.
Es liegt ihnen im
Blut, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, sieht man auch die nur
einige Wochen alten Welpen mit großer Begeisterung die Hühner treiben.
Auch wenn sie noch ab und zu hinfallen,
aber schon mit 5-6 Wochen versuchen sie mit dünnem Gebell und
Knurren die Schafe zu treiben! Er
ist für jede Aufgabe ausgesprochen leicht auszubilden, da er immer auf
seinen Besitzer schaut, ihm fast versucht, die Gedanken zu lesen. Er ist
sehr gehorsam uns schließt sich sehr sehr eng an den Besitzer an. Er
möchte sich nützlich machen, der Besitzer tut gut daran, ihm
verschiedene Aufgaben zu geben. So ist es zu verhindern, das einen
unliebsame Überraschungen erwarten, z.B.
hat ein „unterbeschäftiger„ Mudi sich damit vergnügt,
jeden Brocken des 15 kg-Futter Sackes in die Trommel der
Waschmaschine zu verstecken... Er
ist zum Bewachen und als Wachhund gut geeignet. Er bellt nicht zuviel,
aber einige sind ausgesprochen scharf. Einigen Meinungen zufolge sollte
man ihn als Schutzhund züchten und propagieren. Dagegen werde ich kämpfen,
denn er ist ein ursprünglicher Hütehund, und als solcher gar nicht in
der Lage sich aggressiv gegen Menschen zu verhalten, es sei denn ,seine
Familie ist bedroht. Bei einem normalen Mudi ist es un- vorstellbar, dass
er einen Menschen angreift, dazu ist er viel zu intelligent! Da
es eine unglaublich intelligente Rasse ist, lernt er erstaunlich schnell
und mit einer riesigen Freude. Aber genau deswegen, weil er so schnell
lernt, ist eine harte, auf
Drill und Druck basierende Ausbildung
für ihn nicht geeignet. Schon
nach dem 3.-4. Mal „Sitz,
Platz“ zeigt er deutlich, dass es ihn langweilt. Er gähnt, er
jammert, verdreht die Augen und zeigt einfach, dass ihn diese
Wiederholungen langweilen. Es
ist in der Wohnungshaltung von Vorteil, dass er recht klein ist, dass er
sich gut anpassen kann, und sein pflegeleichtes Fell ist ideal. Er fühlt
sich auch in einer kleinen Wohnung wohl, vorausgesetzt, dass er seinen
Bewegungsdrang und seine Lernbereitschaft täglich ausleben kann. Durch
seinen guten Geruchssinn ist er auch leicht als Fährtenhund und zum
Erkennen von Gegenständen auszubilden. Es wäre sicher lohnend, diese
Rasse auch als Drogensuchhund auszubilden. Durch
seinen leichten Knochenbau und die Arbeitsfreude, ist er auch für
Agilitywettbewerbe mit Erfolg ausgebildet worden. Es ist eine Freude zu
sehen, wie er über die Hürden fliegt und den Besitzer
zum schnelleren Lauf auffordert! Übersetzung:
Gabi Buza-Kiss ___________________________________________________________________________________________________________
Das
war eine kurze Beschreibung des Temperamentes dieses Hundes von
jahrzehntelangen Züchtern und Kennern dieser Rasse. Denn trotz aller
fantastischen Eigenschaften darf man nicht vergessen, dass der Mudi ein
Vollblut-Arbeitshund ist, der, wie der Border-Collie auch, ohne Beschäftigung
aggressiv oder apathisch werden kann. Nur
täglich Gassi gehen reicht diesen Hunden nicht aus, sie wollen auch
geistig gefördert werden. Im
Idealfall natürlich an der Herde, aber inzwischen gibt es so viele
andere Möglichkeiten: Vor
allem natürlich Agility, aber auch der traditionelle Vierkampf, dann
die neuen Hundesportarten
Obedience und Dog-Dancing, ebenso wie die Fährtensuche
oder die Arbeit als Rettungshund., manche nehmen auch erfolgreich an
Schutzhundeprüfungen teil, wobei da besonders viel Wert auf die Qualität
der Ausbildung gelegt werden muss. In
Finnland nehmen viele Mudis erfolgreich an schwierigen Obedience
und Agility Prüfungen teil, mit beacht- lichen Erfolgen. Es
gibt unzählige Möglichkeiten, diese Hunde zu beschäftigen, dazu
braucht man nicht unbedingt immer einen Hundeplatz oder eine Hundeschule
zu besuchen, auch zuhause bieten sich viele Möglichkeiten. Aus
meiner Sicht ist der Mudi sicherlich im Vergleich zum Pumi der
angenehmere, leichter zu führende Hund, der allerdings andere
Anforderungen stellt und noch gelehriger ist. Er ist leicht auszubilden,
verzeiht aber durch seine Sensibilität nicht alle Ausbildungsfehler.
Druck, Härte und Zwang sind absolut fehl am Platz. Dafür um so
wichtiger ist auf eine gute Prägung im Welpenalter zu achten ( gerade
in Ungarn wird das teilweise sträflich vernachlässigt, so dass diese
Welpen hier teilweise nicht mehr zu sozialisieren sind), ein Mudi ist
zwar zurückhaltend und vorsichtig Fremden gegenüber, doch darf das nie
in Aggression oder übersteigertes Angstverhalten umschlagen. Leider
sieht man noch einige solcher Mudis, aber das ist nicht so, wie er tatsächlich
ist! Traurig, aber wahr: Finger weg von solchen Welpen, denn diese
werden im Regelfall nicht plötzlich als Junghunde besser! Man
tut gut daran, beim
Welpenkauf die Augen offen zu halten, vor allem in Ungarn. Um
das teilweise zurückhaltende Wesen in Griff zu bekommen, ist es
unbedingt notwendig, eine gute Welpenspielstunde zu besuchen. Das sollte
zwar inzwischen selbstverständlich sein,
ist es aber leider noch nicht. Einen
Pumi wiederum würde ich nicht in Anfängerhände empfehlen, zwar ist er
ebenso lernfreudig und arbeitseifrig, aber je nachdem wieviel
Terriererbe durchschlägt, teilweise auch recht schwer zu beeindrucken
und manchmal ziemlich dickköpfig.
Da ist dann absolute Konsequenz gefordert, und das ist doch manchmal
nicht einfach. Insgesamt
kann man sagen, das es zwei hervorragende Familienhunde sind, die sich,
bei entsprechender Förderung, zum absoluten Traumhund entwickeln können.
Nicht nur die handliche Größe und die robuste Gesundheit, auch die
Lernfreude und die Arbeitsbereitschaft zeichnen diese Hunde aus. Nur
eins darf man nicht vergessen: diese Hunde wurden bis vor kurzem noch
rein auf Arbeit und Leistung selektiert, also benötigen sie neben viel
Aufmerksamkeit immer eine artgerechte Beschäftigung! Wer
nur kurz Gassi gehen möchte und ansonsten einen gemütlichen Sofahund
haben will, ist mit diesen Hunden schlecht beraten.
Zumindest eine Hundesportart
sollte man mit diesen Hunden betreiben, damit auch die Hunde glücklich
werden! Gabi-Buza-Kiss ___________________________________________________________________________________
Über
die richtige Größe des Mudi
Von Szabó Szabóné Zsuzsanna
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Elterntiere Schwarz - schwarz Schwarz - schwarz Schwarz – blue-merle Schwarz – braun Schwarz – aschfarben Schwarz - weiß Schwarz – fakó Aschfarben – fakó Weiß – weiß Aschfarben – braun Braun – braun Aschfarben – aschfarben |
Welpen schwarz, fakó, braun schwarz, aschfarben, fakó, weiß schwarz, braun, weiß, blue-merle, brown-merle, fakó schwarz, fakó, braun schwarz, fakó, braun, aschfarben schwarz, braun, weiß schwarz, braun, weiß, fakó schwarz, braun fakó, weiß schwarz braun, grau aschfarben, aschfarben-braun |
Einfarbig schwarzes Fell,
schwarzes Pigment, braune Augen. Je dunkler das Auge, desto
vorteilhafter.
Hier
muss ich auch die Schwarzen erwähnen, die bei der Geburt eher
graphitschwarz sind und bei gutem Licht einen leichten Farbunterschied
zeigen. Ihr Pigment ist bei der
Geburt dunkelgrau. Im Erwachsenenalter ist er genauso wie seine
schwarzen Wurfgeschwister, denn er ist genetisch schwarz, wahrscheinlich
ist durch die Wirkung des „cr“ Gens das Pigment heller. Man muss sie
nicht selektieren, denn wie erwähnt werden sich auch die Lefzen einfärben.
Bis wir ihn in der Jugendklasse vorstellen, wissen nur wir, wie er
geboren wurde. Wenn er andere
Farben in sich trägt, (braun, aschfarben) kann er auch hellere
Nachkommen haben.
Diese
bei anderen Rassen blau genannte Farbe nennen wir bei den Mudis
aschfarben. Diese Bezeichnung passt auch besser, denn während eine
blaue Dogge eindeutig blau ist, sieht man beim halblangen, welligen Fell
des Mudis in der prallen Sonne einen Braunstich, so dass Hundeanfänger
ihn mit dem Braunen ver- wechseln könnten. Die Aschfarbe zeigt sich am
schönsten in dem kühlen Morgenlicht, hier ist sie wirklich blau-grau.
Sie werden grau geboren und haben graues Pigment. Sie verdanke ihre
Farbe dem das schwarz zu grau aufhellendem „d“ Gen. Während der Schwarze versteckt in sich „Dd“
Genpaare trägt, ist bei den Aschfarbenen
„dd“ aufgehellt. „Dd“
schwarz verpaart mit „Dd“ schwarz ergibt „DD“ schwarze, „Dd“
schwarze und „dd“
aschfarbige Nachkommen.
Die
hellere oder dunklere Variante bewirkt wahrscheinlich das „cr“ Gen. Die
hellere Variante dunkelt später nach.
Es
ist auf Ausstellungen schon vorgekommen, dass man sie mit den schwarzen
verwechselt hat, aber sie sind aufgrund ihrer Augen und Pigmentfarbe gut
zu unterscheiden. Auch die Augenfarbe wird durch das „dd“ Gen
aufgehellt. Bisher ist der aschfarbene Hund mit dunkelbraunen Augen noch
sehr selten, aber auch hier ist das Ziel die dunkle Augenfarbe.
Eindeutig
braun, die Farbe kann von hellem Milchkaffeebraun bis zu
„Dunkelbraun“ reichen. Die Nuancen bestimmen hier auch die
aufhellenden Gene.
Die
Farbe wird von dem schwarz in braun aufhellendem „b“ Gen verursacht,
genauso wie bei den asch- farbenen, bei „bb“ wird schwarz zu braun.
Die Augen sind gelbbraun, im Idealfall erinnern sie an die mittel-
braunen
Augen wie bei den schwarzen.
Das
Pigment harmoniert mit der Fell und Augenfarbe. Es ist eine angenehme
Farbabwechslung bei Aus- stellungen. Wenn sie geboren werden und sie Augen
öffnen, blicken diese mit erstaunlich blauen Augen auf die Welt. Nur
wenige können diesen Kleinen widerstehen.
Sie werden auf Ausstellungen gut bewertet, wobei die Richter sich
noch an diese Farbvariante gewöhnen müssen Es gibt unter ihnen
Klassensieger und HJCH´s.
Diese
haben beide aufhellenden Gene in sich ,
„d“ und „b“. Es erinnert am ehesten an den Weimaraner,
die sogenannte. „Isabellfarbe“.
Natürlich
tragen die schwarzen diese Gene, weil wenn ein
Mudi gleichzeitig das „b“ und „d“ Gen trägt und mit
solch einem verpaart wird, aber vor allem ( und das ist das seltenste)
wenn braun-braun verpaart wird (Veres Zsolt) können „Graue“ geboren
werden, wenn diese das „d“ Gen tragen.
Aber
auch umgekehrt stimmt es, dafür ist der Wurf von Mai einer
aschfarben-aschfarben Verpaarung Beweis.
Es wurden 6 Welpen geboren, 5
aschfarben, 1 asch-braun. Unter seinen Wurfgeschwistern sieht er
eindeutig braun aus, aber neben braunen Welpen eher grau.
Schauen
wir auf die Genstruktur, wobei wir nur „b“ und „d“ untersuchen:
Eltern:
ddBB (asch)
ddBb (aschfarben tragend)
Nachkommen:
ddBb (asch), ddBB (asch), ddbb
(asch-braun)
Daraus
geht hervor, dass diese Farbvariante sicher bei selber Paarung auch
gleiche Nachkommen bringt.
Die
bekannteste Variante ist blue-merle,
die auf schwarz-grauem Untergrund schwarz gepunktet, gestreift oder
marmoriert ist. Das Pigment ist dunkelgrau oder schwarz mit möglichst
dunklen Augen.
Es
kommt vor, vor allem wenn der Kopf mit kleinen Farbtupfen bedeckt ist, dass
ein oder beide Augen blau sind. In einigen Fällen ist auch in der
Iris ein blauer Streifen oder Stern, ev. ist dieses sogar halb braun,
halb blau. Das ist kein Fehler. Natürlich ist aber auch hier das dunkle
Auge wünschenswerter.
Man
muss wissen, das auch diese Farbe im Laufe der Zeit dunkler wird. Wenn
in jungen Jahren die schwarze Maserung auf hellgrauem Untergrund
erscheint, erscheint diese mit 4 bis 6 Jahren deutlich dunkler. Bei den
merle Hunden sind wir etwas großzügiger mit weißen Flecken an Rumpf
und an den Beinen, aber auch hier sind ausgedehnte weiße Flecken nicht
zuge- lassen.
Auch
wenn ein Welpe mit einem großen weißen Brustfleck geboren wird, dieser
beginnt sich nach ein paar Wochen mit Flecken zu füllen. Im
Erwachsenenalter verschwindet er meist teilweise oder ganz.
Hier
muss auch der Braun-Merle erwähnt werden, wo die „Maserung“ auf
braunem Untergrund („bb“) erscheint. Hier sind
auf Milchkaffeebraun (hellbraun) dunkelbraune Tupfen, Streifen
oder marmoriertes Fell.
Weiße
Flecken ähnlich wie beim Blue-Merle.
Die
Augenfarben entsprechen dem der braunen, ebenso wie das Pigment.
Ich
behandle beide Farben zusammen, weil sie erstens ähnliche Merkmale bei
Pigment und Augenfarbe aufweisen, und zweitens weil ihre Farbgenetik ähnlich
ist. Nach meiner Überzeugung entspricht die fakó/weiße Farbe des Mudi
den durch Little (1957) beschriebenen Farben. Nach seiner Meinung
kann sich weiß in einer Rasse auch so entwickeln, dass bei dem ursprünglich
gelb verursachenden „ee“
oder „ayay“ Genotyp auf dem C Gen das
aufhellende „cr“ Gen hinzukommt und so kann jede Schattierung
zwischen gelb und weiß entstehen. Diese Hunde sind genetisch gesehen
gelb. Da die weißen Mudis in ihrem Leben ab und zu an unterschiedlichen
Körperpartien einen gelblichen Schimmer zeigen ist anzunehmen, dass auch das
Weiß des Mudi dieser Beschreibung entspricht.
Die
fakó Welpen werden oft weiß geboren oder butterfarben, er ist selten
so gelb, dass diese Farbe ein- deutig wäre. Man sieht meist nur eine
matt, gelbliche Färbung an den Ohren, später entwickelt sich nach und
nach die gelbe, fakó Farbe.
Wenn
ein Welpe schon eindeutig gelb geboren wird, sollten wir ihn sehr schätzen,
denn es könnte ein echter gold-fakó werden. Auch hier verstärken sich
die Farben wie
bei den anderen, so zeigen weiße mit 4-6 Jahren gelbe Verfärbungen,
die nicht fehlerhaft sind.
Die
Fakó bekommen dann die typische gelb-fakó Farbe. Das Pigment ist
schwarz, die Augen im Idealfall dunkel. Aber es kann vorkommen, das im
Winter der Nasenspiegel aufhellt, die sog. Wechselnase. Das ist nicht
besonders von Vorteil, aber auch kein schrecklicher Fehler. Man sollte
sich um die Schaffung eines möglichst dunklen Pigments bemühen.
Man
sollte auch wissen, dass die weißen und fakó Mudis nicht mit schwarzer
Nase und Lefzen geboren werden.
Balázs
Sofia
Szürkevillám Kennel
Zusammenfassung
Schwarz kann außer Merle alle Farbvarianten tragen. Auch bei
schwarz-schwarz Verpaarung geborene Welpen müssen nicht homozygot sein,
es kann sein,
dass
sich nur die Genpaare so ausgebildet haben
(Bb, Dd....).
Der Mudi wird im Laufe der Zeit immer dunkler, er hellt nie auf, im
Gegensatz zum Puli und Pumi.
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Übersetzung:
Frau Agnes Czékli.
Ursprung:
Ungarn.
Datum
der Publikation des gültigen Standards: 09.11.2004
Verwendung:
Treibhund. Wegen seines mutigen Verhaltens ist er bei den Schäfern auch
zum Treiben schwieriger und groß gewachsener Tierarten sehr beliebt. Er
wird auch zur Treibjagd auf Wildschweine verwendet. Vorzüglicher
Schutz- und Begleithund. Hund zur Rauschmittelsuche. Wach- und
Alarmhund. Ausgezeichneter Agility-Hund. Liebenswerter Haushund. Wegen
seiner relativ kurzen Behaarung und seiner ausgezeichneten Anpassungsfähigkeit
bietet seine Haltung auch in der Wohnung kein Problem.
Kurzer
geschichtlicher Abriß:
Die Rasse entstand während des 18. Bis 19. Jahrhunderts aus einer
Vermischung von ungarischen Treibhunden und höchstwahrscheinlich von
verschiedenen deutschen Hütehunden
mit Stehohren.
Allgemeines
Erscheinungsbild: Es handelt sich um eine mittelgroße Hütehunderasse mit einem
keilförmig Kopf. Stehohren. ist verjüngt sich gegen die Nase zu..
Die obere Linie des Körpers ist eindeutig nach hinten geneigt. Der Kopf
und die Gliedmassen sind von kurzen, glatten Haaren bedeckt. Die anderen
Körperpartien zeigen eine etwas längere, stark gewellte bis leicht
lockige Behaarung. Es gibt verschiedene Farbvarietäten.
Verhalten
/Charakter (Wesen):
Der Mudi ist außerordentlich lernfähig, von lebhaftem Temperament,
mutig, wachsam, arbeitsfreudig, aufgeweckt und anpassungsfähig.
Kopf:
Der am meisten ansprechende Körperteil des Mudi ist zweifellos sein
Kopf. Dieser soll für den Beobachter den Eindruck eines wachsamen,
immer tatkräftigen, lustigen und verständigen Tieres erwecken, ohne
jeden Anflug von Ängstlichkeit oder Aggressivität. Der Kopf ist keilförmig
und verjüngt sich gegen die Nase zu.
Hals:
Der etwas hoch angesetzte Hals bildet mit der Horizontalen einen Winkel
von 50-55°. Es ist mittellang, wenig gewölbt und gut bemuskelt. Ohne
Wamme und ohne ausgesprochene Halskrause. Bei Rüden kann eine wenig
entwickelte kleine Mähne vorhanden sein; diese darf jedoch nie
auffallend sein.
Rute:
Mittelhoch angesetzt. In der Ruhe hängt sie, wobei das untere Drittel
fast bis zur Horizontalen angehoben ist. Bei Aufmerksamkeit und
lebhafter Bewegung wird die Rute sichelartig höher als die Rückenlinie
getragen. Das Kupieren der Rute ist unerwünscht, gilt aber nicht als
Fehler. Sofern die Rute kupiert wird, müssen 2-3 Rutenwirbel sichtbar
erhalten bleiben. Hunde mit angeborener Stummelrute oder Rutenlosigkeit
sind selten; dies wird nicht als Fehler eingestuft. Die Rute ist
reichlich behaart; an der Unterseite kann die Länge der Haare sogar
10-12 cm betragen.
(Anmerkung
Klub für Ungarische Hirtenhunde: in Deutschland ist lt.
Tierschutzgesetz seit 30.06.98 das Kupieren der Rute verboten!)
Gliedmassen:
Haut:
Fest, ohne Falten.
Haarkleid:
Haar: Kopf und Vorderseite der Gliedmassen sind von
kurzen, geraden und glatten Haaren bedeckt. An den anderen
Körperteilen ist die Behaarung einheitlich stark gewellt oder leicht
gelockt, dicht, immer glänzend, etwa 3 – 7 cm lang.
An einzelnen Stellen sind Haarwirbel und Haarleisten ausgebildet. Die
Behaarung ist an der Hinterseite des Unterarms
und des Oberschenkels am längsten und bildet dort ausgeprägte Federn.
Gering
ausgedehnte, weiße Abzeichen werden geduldet, sind jedoch unerwünscht.
Ein weißer Brustfleck mit einem Durchmesser unter 5 cm, sowie kleine weiße Abzeichen an den Zehen sind gestattet, aber uner-
wünscht.
Größe
und Gewicht:
Widerristhöhe: Für Rüden:
41 - 47 cm, Idealgröße 43 - 45 cm
Für Hündinnen
38
- 44 cm, Idealgröße 40 - 42
Gewicht:
Für Rüden:
11 -
13
kg
Für Hündinnen 8 - 11
kg
Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muß als Fehler angesehen
werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung
stehen sollte.
Ausschließende
Fehler:

Standard heißt u.a. Durchschnittsmuster, man könnte auch Mittelmaß sagen.
Ich, Ivory von den großen Strolchen, werde nicht nur
mittelmäßig sein,
finde mich schon heute mit 9 Wochen einfach nur Klasse!
Der
Mudi
Überspringen wir einige Jahrhunderte und betrachten wir einige älteren Beschreibungen des Hütehundes - und ich schreibe absichtlich nicht Puli:
Kissantási Pethe Ferenc
beschreibt in seinem 1815 erschienenen „ Természet Historiája/
Geschichte der Natur“ den „Pumi“ (eigentlich Mudi) folgendermaßen: „ihn gibt es klein, groß und in
verschiedenen Farben...- sein Kopf ähnelt am ehesten einem Fuchs...“

Der
Text und das beigefügte Bild zeigt eindeutig einen dem Mudi ähnelndem
Hund. Bezeichnend sind auch noch andere, damals noch gebräuchliche
Bezeichnungen: Der Spicc, Pommer (Pommer Spitz).
Unter der Bezeichnung Pumi ist sicher ein Mudi das Modell des Zeichners gewesen!
Mehely Lajos schrieb auf Anfrage 1901 in Brehms
„Tierleben“ folgendes über den „Puli“:
........sein Gesicht erinnert an einen Schakal, etwas kräftiger
als das eines Fuchses, länglich, nach vorne hin verjüngend und
spitz.... Die nah beieinander stehenden Ohren sind groß , am Ansatz
breit, nach oben spitz zulaufend, gerade aufgerichtet; hat das Tier aber
Angst , ist misstrauisch oder schämt sich,
legt es seine Ohren flach nach hinten, wie es die Schakale
tun....
/fußnote/ Nicht zu verwechseln ist mit dem Puli der in manchen Gegenden (z.B: im Komitat Zala) den ebenfalls mit dem Schafen gehenden Pumi – der mit seinem größeren und höheren Gebäude, herunterhängenden Ohren, längerer und weicherer Behaarung, schmutzig graubrauner Farbe und seinem zotteligen Gesicht an die seidenfelligen Hunde ( Pinscher?) erinnert...
...sein
Fell ist im Gesicht und an der Vorderseite der Läufe kurz, an Stirn ,
auf dem Kopf und an der Außen- seite der Ohren ist es deutlich länger,
....er ähnelt am ehesten dem deutschen Spitz, ist jedoch von kleinerer
Gestalt, sein Kopf ist länger und spitzer...
Buzzi Géza Felix
1914 und Lovassy Sándor 1919 haben den Puli als hänge- oder stehohmig beschrieben, aber ebenso den
Pumi, wobei Lovassy den Pumi eindeutig als
transdanubische Rassevariante abspaltet.

Der mit dem Namen Kuvasz versehene Hund zeigt eventuell die Vorfahren des Pumi.
Wie wir sehen, ist der Mudi –
zumindest dem Namen nach – immer noch nirgends, nur Méhely erinnert bei der Beschreibung
des „Pulis“ in einer Fußnote an einen typvollen Hund –von Toth
Mihály, Verwalter in Bugac- genannt
„Mudi“ als einer
der typvollsten Vertreter seiner Rasse.:
das heißt im Klartext, dass beide Arten namentlich nicht
unterschieden wurden und sehr oft der Mudi als Puli bezeichnet wurde.
Die kleinen Ungarischen Hirtenhunde wurden generell Puli genannt, egal
ob sie nach heutigem Verständnis Puli, Pumi oder Mudi waren.
Mit der Entwicklung der Kynologie kam auch das
Bestreben auf, auf dem Gebiet der Namensgebung der ungarischen
Hirtenhunde endlich Ordnung zu schaffen. Die Katalogisierung ist größtenteils Dr. Emil
Raitsits zu verdanken, der endlich Ordnung in die Benennung der vier (!)
Rassen brachte. Nach Raitsits Bestim- mungen ist der Kommondor und
der Kuvasz ein Hirtenhund, während der Puli und seine transdanubische
Variante, der Pumi, Hütehunde sind. Sein Ziel war, zuerst die genauen äußeren
Merkmale und den Rasse- charakter genau zu bestimmen, und danach diesen
entsprechende Namen zu geben. Auf die Jahre 1920-
1930 können wir die
Herausbildung der zu den heute bekannten Namen gehörenden Typen
festmachen.
Museumsdirektor Fényes Dezsö hat es als seine
Pflicht gesehen, die lebenden ungarischen Werte und Schätze zu
bewahren: wenn ihm die intelligenten, spitzohrigen Hütehunde die
er in seiner Kindheit viel gesehen hatte nicht so gefallen hätten und
er nicht begonnen hätte
diese zusammenzusuchen und mit eigenem Zuchtbuch zu züchten, wäre der Mudi
vielleicht heute schon ausgestorben
- trotz dessen er in seiner ursprünglichen Form sehr viel länger
bekannt u. bewährt war, wie wir gesehen haben- nur wurde er mit anderen
Namen bedacht.
Die Rassen waren auch untereinander vermischt und noch im ersten Puli-Zuchtbuch sind Würfe verzeichnet, in denen spitzohrige Welpen fielen, oft mehr als die Hälfte der Welpen.
Es ist beinah vergleichbar mit der Komondor-Kuvasz-Population, die lange Zeit in Ungarn nicht rein zu finden waren, sondern beide Arten durchaus aus demselben Stamm kamen, sie sind Vettern. Erst mit Beginn der Sporthundezucht um 1900, hat man begonnen, gezielt die Rassemerkmale zu beachten und die Rassen rein zu züchten.
Ebenso Vettern sind Mudi, Pumi und Puli, auch heute noch können sie die Welpen dieser Rassen bis zur 4. Woche kaum unterscheiden, so ähnlich sind sie sich bis zu dieser Lebensphase. Der Mudi ist mit der genügsamste, pflegeleichteste und zäheste dieser Familie. Der Puli-Pumi-Mudi-Klub in Ungarn ging vor einigen Jahren dazu über, die Junghunde bzw. die Zuchthunde einem spontanen Hütetest zu unterziehen, um deren Veranlagung u. Charaktereigenschaften im ursprünglichen Sinne zu testen und sie für weitere Generationen zu erhalten. Von den Pulis zeigen heute nur noch ca. 25 % diese angeborenen Eigenschaften und Instinkte, beim Pumi sind es ca. 60% und 70% aller getesteten Mudis zeigen hervorragende Eigen- schaften angeborener Weise beim Hütetest ohne Vorübung.
Dieses Ergebnis zeigt, wie nahe die Population des Mudi noch an ihrem ursprünglichen Typ ist. Bei dieser Rasse gibt es kaum HD oder sonstige Erbkrankheiten. Eine Ausnahme bilden die Länder Finnland und Schweden, wo der Mudi als Population im Vergleich relativ zahlreich ist. Hier wurde zwangsläufig relativ enge Linienzucht betrieben. In diesen beiden Ländern wird der Mudi teilweise auch zum Schutzhund ausgebildet u. legt mit Erfolg die Schatzhundeprüfung ab.
Der Mudi eignet sich unter intelligenter Führung vorzüglich zur Ausbildung als Rettungshund, er wird in der Zollfahndung sehr erfolgreich eingesetzt, als Fährten- und Suchhund, er besitzt eine vorzügliche „Nase“, weitgehend ohne ausgeprägten Jagdtrieb.
Hier in Deutschland lehnen wir die Ausbildung zum Schutzhund – wie z.B. beim Deutschen Schäferhund – ab. Der Mudi besitzt Temperament, Schnelligkeit, Tapferkeit und Mut, dazu gehört auch eine gewisse Schärfe, seine Wesenseigenschaft der engen Bindung an seinen Menschen u. sein gesundes Misstrauen gegenüber Fremden machen ihn zum idealen Wachhund und unbestechlichen Freund und Beschützer auch für ältere Menschen oder Familien mit Kindern. Er ist dann zugleich ein lustiger, verschmuster Freund und Kamerad und Spielgefährte und „Bodyguard“ für die Kleinen. Man kann ihn problemlos auch in der Wohnung halten, wenn für genügend Auslauf und Bewegung durch Spiel und Hundesport gesorgt ist. Durch seine Körper- größe von ca. 42-45/max. 47 cm ist er der ideale zuverlässige Beschützer und Wächter, sein Gesicht beträgt zwischen 8-10 kg. (Hündin) und 10-12 kg. (Rüde). Er ist in der richtigen Hand ein angenehmer, idealer Haus- und Familienhund. Seine Erziehung geschieht nur dann erfolgreich, wenn sie auf gegenseitigem Vertrauen, liebevoller Geduld u. Konsequenz und Gewaltlosigkeit basiert. Er lernt dann viel und schnell und auch Kunststückerl jeder Art. Mit einem guten Mudi kann man durch Dick und Dünn gehen.
Trotz seines Temperamentes besitzt er eine große innere Ruhe, neigt nicht zum Kläffen und ist im täglichen Umgang sehr angenehm.