- Haluska, so eine Mama wünscht sich jeder! Wir trafen
sie das erste Mal Anfang Juni '90 in Eutin, als ihre Welpen drei Wochen
alt waren, und wir uns aus ihrem Sechser-Wurf unsere Aszia
aussuchten. "Lusche" wurde sie liebevoll von ihrem Besitzer
gerufen, und am liebsten hätten wir sie uns geschnappt und mit nach Hause
genommen. Ein Prachtmädel war das. Ungefähr
ein Jahr später waren wir für ein Wochenende bei ihr zu Besuch. Gespannt
war ich auf die Begrüßungszeremonie zwischen Mutter und mittlerweile
erwachsener Tochter.
Voranstellen möchte ich hier, dass Aszia ein Satansbraten war. Bereits
mit vier Monaten versuchte sie, eine ausgewachsene Hündin auf deren
Grundstück zu attackieren. Spaziergänge waren anfangs auch stressig,
neun Hunde ließ sie passieren, beim zehnten setzte der Blutrausch ein.
Größenwahn zeigte sie ebenso mit zehn Monaten im Zoo, dort wollte sie
sich auf eine Löwin stürzen und wenig später auf einen ausgewachsenen
Geparden. Mal ganz abgesehen davon, dass sie Angriffe dieser Art niemals
überlebte hätte, wunderte mich diese Selbstüberschätzung sehr.
Zufrieden war sie, als zwei kleine Panther verschreckt über ihren
verbalen Aufstand in einen Winkel flohen. Ein ganz anderes Verhalten
zeigte Aszia bei den Wölfen, sie kokettierte mit dem Anführer. Und
deswegen die Spannung auf das Wiedersehen mit ihrer Mutter.
- Wieso kann sich ein Hund dermaßen wandeln. Aszia
wurde plötzlich höflich, kein Knurren, als Mama sie beroch und bestieg.
Mein Hund zeigte Zurückhaltung ohne Angst. Das belohnte Haluska, sie
buddelte einen ekeligen verfaulten Knochen aus dem Boden und überreichte
ihn ihrer Tochter. Nicht lange dauerte es, als mein Hund wieder
"normal" wurde. Eine Schwester kam ebenfalls zu Besuch. Diesen
Überfall darf man nicht dulden, nein! Die Geschwister standen Nase an
Nase und jeden Moment geht das Spektakel los, dachten wir. Haluska jedoch
ging ganz ruhig auf die beiden Furien zu, hob die Rute, schob ihren
Kopf zwischen die Nasen, blieb stehen und Ruhe war. Den ganzen Nachmittag.
- Vor etwa vier Jahren erhielt ich einen Anruf
von Haluskas Besitzer - immer noch kommt die Gänsehaut. Er saß auf der
Wiese und schaute auf seine beiden Hündinnen. Plötzlich drehte sich
Haluska um, ging auf ihn zu, schmiegte sich an ihn und schaute ein letztes
Mal zu ihm hoch. Dann legte sie ihren Kopf in seinen Arm und schlief ein.
"Lusche" wurde 14 Jahre alt.
-
- Eibus Elund hatte Geburtstag und lud all seine Kinder
zu einem Treffen inkl. CACIB-Ausstellung nach Dänemark ein. Wir
verpassten das Schiff, verpassten die Hälfte der Ausstellung, aber nicht
das Treffen. Voller Stolz präsentierte seine Besitzerin ihren frisch
gebackenen Champion - seine Blagen standen unbeeindruckt Spalier. Aus
Vorsichtsgründen sollte ihn keiner anfassen. "Er sei heute sehr
nervös", hieß es. "Wahrscheinlich wegen so einer läufigen
Hündin, die mal wieder auf dem Gelände ist", hieß es. Au Backe, wo
ist ein Loch in das ich verschwinden kann, dachte ich. Unbemerkt schlich
ich mit Aszia davon und mied jeglichen Kontakt zu Rüden und deren
Besitzer. Vergebens! Erstere benahmen sich wie die Schmeißfliegen.
Dennoch, geschickt flogen wir nicht auf.